Zusammenfassung
Die Fraktion der AfD um Stephan Brandner und Alice Weidel erhebt in 24 detaillierten Fragen statistische Daten zu Straftaten, bei denen Kinder unter 13 Jahren als Tatverdächtige beteiligt waren. Aufgeschlüsselt nach Deliktfeldern wie Gewaltkriminalität, Mord/Totschlag oder sexuellen Übergriffen – und kombiniert mit Opfergruppen – wird nach absoluten Zahlen, Anteilen und vor allem den drei häufigsten Staatsangehörigkeiten der jungen Verdächtigen gefragt. Die Anfrage knüpft an eine ähnliche Erhebung aus dem Vorjahr an und fordert aktualisierte Daten für 2025.
Einordnung
Möglicherweise verfolgt die AfD mit dieser Anfrage ein doppeltes Ziel: Einerseits könnte sie eine sachliche Grundlage für die Diskussion über Jugendkriminalität schaffen – doch die Fokussierung auf Staatsangehörigkeiten deutet auf eine selektive Darstellung hin, die im rechtspopulistischen Narrativ Migranten als vermeintliche Haupttäter ins Zentrum rückt. Das Framing von „Kinder als Täter“ könnte Ängste schüren, während die Antwort der Bundesregierung noch aussteht.
Die Fragen sind zwar einzeln formuliert, doch in der Summe entsteht der Eindruck einer systematischen Verknüpfung von Kindesalter und Nationalität mit schweren Delikten – obwohl statistisch Kinder unter 13 Jahren nur einen minimalen Anteil an der Gesamtkriminalität haben. Ob die Anfrage der Aufklärung dient oder der Konstruktion einer kriminalitätsbesetzten Migrationsdebatte, bleibt abzuwarten.