# Kernpunkte "Vibe Coding" befasst sich mit dem Phänomen, dass KI-Systeme das Programmieren auch für Laien zugänglich machen. Die Hosts Gregor Schmalzried (Tech-Journalist) und Fritz Espenlaub (freier Journalist und Ökonom) erkunden, wie KI das Programmieren demokratisiert und was dies über die Zukunft der KI-Welt verrät. ### 1. "Vibe Coding" verändere die Programmierarbeit grundlegend Mit "Vibe Coding" sei es möglich, ohne Programmierkenntnisse Apps zu erstellen, indem man KI-Systeme die technische Umsetzung überlasse. Der Begriff sei von Andrej Karpathy geprägt worden und beschreibe einen intuitiven Zugang zum Programmieren. "Die Idee ist, ich gucke einfach mal, was passiert. Ich fühle einfach so ein bisschen die Antwort. Ich sage der KI, mach mal was für mich und dann macht sie das für mich. Ich brauche erstmal eine Idee und die Umsetzung, das Klein-Klein, das übernimmt die KI." ### 2. Große Tech-Unternehmen setzten bereits massiv auf KI-gestütztes Programmieren In der Tech-Branche sei KI-unterstütztes Programmieren bereits weit verbreitet. Führende Unternehmen würden einen signifikanten Anteil ihres Codes durch KI generieren lassen. "Mark Zuckerberg sagt zum Beispiel, dieses Jahr wird 50% des Codes bei Meta von KI geschrieben werden. Bei Google spricht man auch schon über 30%, die schon erreicht sind. Und Anthropic, das KI-Startup, meint, nächstes Jahr werden es 100% sein." ### 3. KI-Programmieren ermögliche individuelle, kleine Anwendungen Eine besondere Stärke des "Vibe Codings" liege in der Möglichkeit, hochindividualisierte Apps für spezifische Zwecke zu erschaffen, die bisher aufgrund des Aufwands nicht realisierbar gewesen wären. "Individuelle Apps, Apps mit einer minimalen Zielgruppe, vielleicht auch nur für eine Familie oder für eine Einzelperson. Ich sehe da ganz viel Potenzial." ### 4. Trotz aller Fortschritte bestünden weiterhin Grenzen für Laien Trotz der Vereinfachung durch KI seien für komplexere Anwendungen weiterhin Programmierkenntnisse nötig. Die Hosts hätten bei ihren eigenen Experimenten festgestellt, dass ein gewisses Verständnis von Code unabdingbar bleibe. "Sobald man eine sehr konkrete Idee hat und die auch sehr konkret umgesetzt haben möchte, muss man einfach wissen, worum es eigentlich geht. Man braucht da glaube ich das Vokabular, man muss den Code ein bisschen besser verstehen." ## Einordnung Der Podcast bietet einen zugänglichen Einblick in das Phänomen "Vibe Coding" und seine Implikationen, wobei die persönlichen Experimente der Hosts die theoretischen Ausführungen anschaulich ergänzen. Die Diskussion changiert zwischen technischer Begeisterung und realistischer Einschätzung: Einerseits wird das demokratisierende Potenzial hervorgehoben, andererseits werden die Grenzen des KI-gestützten Programmierens nicht verschwiegen. Auffällig ist, dass der Podcast eine überwiegend optimistische Perspektive einnimmt. Kritische Aspekte wie Datenschutzbedenken, Fragen der Urheberschaft oder ethische Implikationen automatisierter Programmierung werden nur am Rande gestreift. Auch die gesellschaftlichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt für Programmierer:innen werden kaum diskutiert. Der Fokus liegt stark auf dem individuellen Nutzen und der persönlichen Ermächtigung. Die Hosts präsentieren "Vibe Coding" als Teil einer größeren Entwicklung, in der KI zunehmend Expertenwissen demokratisiert, was implizit die Frage aufwirft, in welchen anderen Berufsfeldern ähnliche Entwicklungen zu erwarten sind. Die praxisnahe, experimentelle Herangehensweise macht den Podcast für technisch interessierte Laien empfehlenswert, die einen ersten Einblick in die Möglichkeiten KI-gestützter Programmierung erhalten möchten.