1. Massive strategische Abhängigkeit durch Rüstungsverträge

Es werde kolportiert, dass Deutschland durch die Beschaffung von US-Waffensystemen wie der F-35 in eine existenzielle Abhängigkeit geraten sei. Die Verträge seien als "Friss oder stirb"-Modelle gestaltet, bei denen die USA einseitig Liefermengen oder Zeiträume anpassen könnten, ohne dass Deutschland rechtliche Sanktionsmöglichkeiten besitze. Ein direkter Einblick in die Software-Architektur sei vertraglich ausgeschlossen, was das Risiko einer operativen Lahmlegung durch das Ausbleiben von Updates oder Wartung durch US-Techniker berge („Es braucht gar keinen Kill Switch, denn die F-35 [...] besteht komplett aus Daten, die alle nach Amerika gehen.“).

2. Rhetorische Eskalation und erratische Außenpolitik

Das Auftreten von Donald Trump werde als hochgradig erratisch beschrieben. Während er einerseits von „fester Liebe“ unter Staatschefs spreche, beschimpfe er gleichzeitig Bündnispartner wie Spanien als „hoffnungslosen Fall“ und fordere den Abbruch von Handelsbeziehungen. Es werde konstatiert, dass Trump durch diese Rhetorik die Maßstäbe der internationalen Diplomatie verschoben habe („Er veralbert das und er greift Spanien an, wohlwissend... dass für Handel die Europäische Union zuständig ist.“).

3. „De-Risking“ als neue sicherheitspolitische Notwendigkeit

Angesichts der unzuverlässigen USA werde innerhalb der Expertenrunde die Forderung nach einem „De-Risking“ gegenüber Washington laut. Roderich Kiesewetter und Nico Lange argumentieren, dass Europa eine eigene technologische Souveränität aufbauen müsse, insbesondere in den Bereichen KI, Drohnen und Verteidigungsindustrie, anstatt einseitig in US-Systeme zu investieren („Wir müssen in unsere eigene Industrie, in unsere eigene Technologie investieren... um das transatlantische Verhältnis ein bisschen neu auszutarieren“).

4. Das Grönland-Dilemma als Ausdruck von Großmachtdenken

Das Interesse der USA an Grönland werde nicht als abgeschlossenes Thema betrachtet. Trotz laufender Arbeitsgruppen werde das Thema durch Trump immer wieder instrumentalisiert, was auf ein „Denken in Einflusszonen“ hindeute, bei dem Großmächte die Interessen kleinerer Staaten wie Dänemark oder der grönländischen Bevölkerung ignorierten („Es gibt jeden Monat irgendwelche Provokations- und Eskalationsversuche... das Thema war nie weg“).

5. Versagen der europäischen Kooperation

Die Unfähigkeit der Europäer, eigenständige Rüstungsprojekte wie die „Combat Cloud“ erfolgreich umzusetzen, werde als Hauptgrund für die aktuelle Schwäche identifiziert. Aufgrund von nationalen Egoismen – insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland – habe man den Anschluss an internationale Kooperationen verloren und stehe nun in einer sicherheitspolitischen Sackgasse („Wir stehen jetzt blank da und haben diese Kooperation mit Spanien... und da passen wir nicht mehr rein, das ist zu spät“).