In dieser Episode von „The Rest Is Politics“ debattieren Alastair Campbell und Rory Stewart Hörer:innenfragen zu globalen Konflikten und britischer Innenpolitik. Im Zentrum stehen geopolitische Krisen, wobei Parallelen zwischen dem US-Umgang mit dem Iran und möglichen Interventionen in Kuba gezogen werden. Ein weiterer Schwerpunkt sei die gesellschaftliche Gefahr durch Tech-Konzerne sowie die politische Landschaft Großbritanniens, insbesondere der Vorwurf des linken Populismus an die Green Party und die Zersplitterung am rechten Rand. Dabei wird westliche Definitionsmacht in der Außenpolitik als unhinterfragte Basisstruktur der Diskussion gesetzt. Die internationale Ordnung, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und geopolitische Hegemonie werden als selbstverständliche Parameter betrachtet, innerhalb derer sich das politische Handeln von Regierungen – ob demokratisch oder autokratisch – messen lassen müsse. ### Zentrale Punkte * **Interventionslogik der USA** Stewart argumentiere, US-Republikaner würden die Bedrohung durch Kuba künstlich aufblähen. Dabei würden lokale Konsequenzen meist völlig ignoriert und strategische Entscheidungen rein nach US-Interessen getroffen. * **Macht der Tech-Monopole** Campbell ziehe Parallelen zwischen Social-Media-Konzernen und der historischen Tabakindustrie. Die Plattformen würden ihre Produkte wissentlich suchterzeugend für Kinder designen und jegliche Verantwortung von sich weisen. * **Populismus der Grünen** Die britische Green Party werde von beiden als wirtschaftspolitisch unglaubwürdig eingestuft. Campbell beschreibe ihre teils unrealistischen Versprechen und fehlenden Finanzierungskonzepte als spiegelbildlichen Populismus von links. * **Gefahr durch Autokraten** Auf die Frage nach Wladimir Putin oder Benjamin Netanyahu erkläre Campbell, beide würden stark aus einem politischen Überlebensinstinkt handeln. Es entstehe ein internationales, sich stützendes Netzwerk starker Männer. ### Einordnung Die Episode überzeugt durch pointierte historische Analogien, etwa der Vergleich von Tech-Konzernen mit der Tabakindustrie, der strukturelle Verantwortlichkeiten präzise aufzeigt. Auch die Beobachtung globaler autoritärer Netzwerke zeugt von analytischer Tiefe. Kritisch ist jedoch die hegemoniale Diskursrahmung: Die Debatte um Kuba und den Iran setzt eine westliche Definitionsmacht als Normalzustand voraus. Selbst bei der scharfen Kritik an US-Interventionen bleibt der Blick oft auf strategische Nachteile für westliche Allianzen verengt; betroffene Bevölkerungen im globalen Süden tauchen im Diskurs primär als passive Objekte auf. Zudem wird die britische Innenpolitik stark aus einer unhinterfragten zentristischen Logik heraus bewertet, in der abweichende ökonomische Konzepte zur Umverteilung rasch als populistisch delegitimiert werden. **Hörempfehlung**: Lohnenswert für Hörer:innen, die detaillierte Einblicke in angloamerikanische Zentrums-Perspektiven auf globale Krisenherde und die Mechanismen westlicher Diplomatie suchen. ### Sprecher:innen * **Rory Stewart** – Ehemaliger britischer Minister und Diplomat * **Alastair Campbell** – Ehemaliger Kommunikationsdirektor unter Tony Blair