Zusammenfassung
Die AfD-Fraktion fragt in einer Kleinen Anfrage nach dem Stand und den Verzögerungen bei der Erstellung des „Digitalen Sportstättenatlas Deutschland“ (DSD). Bereits 2019 wurde das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) beauftragt, doch statt sofort eine Übersicht aller Sportstätten zu erstellen, folgten vorbereitende Projekte wie „Grundlagen für einen Sportstättenatlas“ und „Schätzverfahren zu Deutschen Sportstätten“, beide an die Hochschule Koblenz vergeben. Der Abschlussbericht zum zweiten Projekt kam erst im März 2025 – über ein Jahr nach ursprünglicher Frist. Auch der geplante Launch einer digitalen Plattform im Jahr 2022 ist bis heute nicht erfolgt. Die Anfrage thematisiert zudem die Vergabe an den externen Partner KPMG sowie Finanzierungsfragen und Personalressourcen. Siebenundzwanzig Fragen zielen darauf ab, Verantwortlichkeiten, Fortschritt und künftige Handlungsoptionen zu klären.
Einordnung
Möglicherweise nutzt die AfD die offensichtlichen Verzögerungen im DSD-Projekt, um Ineffizienz staatlicher Stellen anzuprangern und Kompetenzdefizite zu thematisieren. Die Anfrage könnte als Teil einer generellen Kritik an langwierigen Verwaltungsprozessen oder als Vorwand dienen, um den Nutzen derartiger Projekte generell infrage zu stellen. Auffällig ist die detaillierte Aufzählung vermeintlich intransparenter Vergaben und die Fokussierung auf externe Akteure wie KPMG, was auf ein narratives Framing von „Steuergeldverschwendung“ hindeuten könnte. Gleichzeitig werden strukturelle Fragen aufgeworfen, die sachlich relevant sind: Wie werden digitale Infrastrukturprojekte in Deutschland organisiert, und warum stocken Vorhaben trotz langfristiger Planung? Die Bundesregierung müsste hier darlegen, ob die Verzögerungen haushaltsrechtlichen, fachlichen oder politischen Gründen geschuldet sind – und wie sie die Umsetzung beschleunigen will.