Sebastian Schmidtke führt auf einem Sommerfest ein Interview mit Götz Kubitschek, dem Inhaber des Antaios-Verlags. Im Zentrum des Gesprächs stehen die Entstehungsgeschichte des Verlags, die Bedeutung von Metapolitik, das Verhältnis zur Partei AfD sowie Buchempfehlungen Kubitscheks.

1. Entstehung des Verlags und intellektuelle Wurzeln

Der Antaios-Verlag sei im Jahr 2000 gegründet worden. Der Name leite sich von einer mythologischen Figur sowie der gleichnamigen Zeitschrift von Ernst Jünger und Mircea Eliade her, orientiert an den Denkern der Konservativen Revolution.

2. Verhältnis zum parlamentarischen Arm und der AfD

Auf die Frage nach dem Einfluss des Verlags auf die AfD erklärte Götz Kubitschek, dass er die Zurückdrängung der Partei aus dem vorpolitischen Raum befürworte. Der Verlag verlege Bücher nicht, um die Partei direkt zu steuern, sondern weil Bildung und Romane einen eigenständigen Wert besäßen, unabhängig von Wahlergebnissen oder Parteistrukturen.

3. Wirkung von Metapolitik am Beispiel des Begriffs Remigration

Martin Sellners Buch über Remigration habe beispielhaft vorgeführt, wie Metapolitik funktioniere, indem ein Begriff besetzt, verteidigt und schließlich in den politischen Raum getragen werde, was vorher kaum sagbar gewesen sei.

4. Lektüre und ökologische Fragen von rechts

Ausserhalb seines eigenen Programms beschäftige sich Götz Kubitschek intensiv mit ökologischen Fragen aus konservativer Perspektive. Dabei beziehe er sich auf den Autor Paul Kingsnorth und dessen Schriften zur dunklen Ökologie, wobei er kritisiere, dass Umweltschutz fälschlicherweise ausschliesslich links verortet werde.

5. Selbstbild der rechten Szene und Staatskrise

Die Rechte zeichne sich durch ein breiteres und toleranteres Spektrum aus als die Linke. Inhaltlich gehe es nicht mehr nur um Kulturpflege, sondern um die Frage, wie eine „rettende Politik“ angesichts eines angeblich dysfunktionalen und zerstörten Staates aussehen müsse.

Einordnung

Das Video präsentiert ein monotones, unkritisches und in weiten Teilen hagiographisches Interview, das im Rahmen eines rechtsextremen Sommerfests aufgezeichnet wurde. Die Gesprächsführung durch Sebastian Schmidtke zeichnet sich durch vollständige Unterwerfung unter die Perspektive des Gastes aus; kritische Nachfragen, Einordnungen oder Widersprüche finden zu keinem Zeitpunkt statt. Stattdessen fungiert das Format als Plattform zur Selbstdarstellung des Verlegers Götz Kubitschek und zur Normalisierung neurechter Ideologiemuster wie der sogenannten „Metapolitik“ und dem Konzept der „Remigration“. Die Argumentationsstruktur ist darauf ausgelegt, radikale politische Strategien als intellektuelle, unabhängige Bildungsarbeit zu tarnen und sie vom parlamentarischen Tagesgeschäft abzukoppeln, um sie so anschlussfähig zu machen. Das Video nutzt die Inszenierung eines entspannten, harmonischen Austauschs im Grünen, um rechtsextreme Akteure und Denkmuster mit einem bürgerlichen und intellektuellen Habitus auszustatten. Machtstrukturen oder diskursive Hegemonien werden dabei nicht hinterfragt, sondern im Sinne der neurechten Strategie der rahmenden Begriffspolitik reproduziert.

Sehwarnung: Das Video bietet keinerlei journalistischen Mehrwert oder kritische Auseinandersetzung, sondern dient der unreflektierten Verbreitung und Normalisierung rechtsextremer Strategien und Akteure.