In der Episode des Nachrichtenpodcasts werden zwei zentrale politische Entwicklungen des Frühjahrs 2026 besprochen: die deutlich nach unten korrigierte Wirtschaftsprognose der führenden Forschungsinstitute sowie der zweite wissenschaftliche Zwischenbericht zur Cannabis-Teillegalisierung. Auffällig im ökonomischen Segment ist die unhinterfragte Setzung von Wirtschaftswachstum als alternativlose Voraussetzung für gesellschaftlichen Wohlstand. Geopolitische Konflikte, wie der Krieg im Iran, werden vorrangig durch die Brille ökonomischer Nützlichkeit betrachtet und als Störfaktoren für die deutsche Konjunktur und Energieversorgung gerahmt. Alternative Wirtschaftsmodelle jenseits des Wachstumszwangs kommen nicht vor. ### Zentrale Punkte * **Konjunkturelle Dämpfer** Die Institute rechneten für 2026 nur noch mit 0,6 Prozent Wachstum. Globale Konflikte, hohe Energiepreise und strukturelle Probleme in Deutschland belasteten die Konjunktur massiv. * **Fiskalpolitische Grenzen** Staatliche Eingriffe wie ein Tankrabatt würden von Experten abgelehnt. Schuldenfinanzierte Investitionen stützten zwar aktuell die Wirtschaft, seien aber laut Prognose keine Dauerlösung. * **Durchwachsene Cannabis-Bilanz** Die Legalisierung habe den Konsum nicht drastisch gesteigert und dränge den Schwarzmarkt zurück. Zugleich zeigten sich jedoch neue Hürden beim Jugendschutz und bei Medizinalcannabis. ### Einordnung Das journalistische Format übersetzt komplexe Zusammenhänge verständlich in den Alltag. Positiv fällt die differenzierte Trennung von wissenschaftlicher Cannabis-Datenlage und parteipolitischer Instrumentalisierung auf. Im Wirtschaftssegment strukturieren jedoch marktwirtschaftliche Selbstverständlichkeiten das Gespräch: Ein Nullwachstum wird als Bedrohung gezeichnet, staatliche Ausgaben gelten per se als unvermeidliche zukünftige Steuerlast. Die populistische Rhetorik der Opposition wird durch O-Töne wie Dobrindts Bezeichnung der Legalisierung als „richtiges Scheißgesetz“ sprachlich ins Format geholt, auch wenn die Redaktion diese populistische Zuspitzung im direkten Anschluss faktisch einordnet und entkräftet. ### Sprecher:innen * **Sandra Schulz** – Moderatorin, Deutschlandfunk * **Katharina Thoms** – Hauptstadtkorrespondentin (Wirtschaft) * **Gudula Geuter** – Hauptstadtkorrespondentin (Innenpolitik) * **Jakob Manthey** – Suchtforscher, UKE Hamburg * **Timo Wollmershäuser** – Ökonom, ifo Institut München