Die aktuelle Ausgabe von Construction Physics – ein wöchentlicher Rundbrief zu Bau, Infrastruktur und Industrietechnik – verknüpft den Krieg im Iran mit globalen Lieferketten und analysiert die US-Wohnungsmarktpolitik. Der Autor, der selbst an Atemwegserkrankungen laboriert und keine eigenen Essays liefert, verweist auf Nachrichten und Studien. Zum Iran-Konflikt: Die Straße von Hormuz bleibt offen, dennoch drohen Engpässe bei Schmierölen und Flugzeugtreibstoff. Japanische Verpackungen werden schwarz-weiß, weil Naphtha fehlt, was sogar die Halbleiterproduktion gefährden könnte. Die VAE errichten Anti-Drohnen-Käfige und eine zweite Ölpipeline, um Exporte zu sichern. Trumps Jones-Act-Ausnahme führte zu 45 Frachttouren mit ausländischen Schiffen zwischen US-Häfen, so das libertäre Cato Institute.

Im Wohnungsmarkt-Teil steht Tokio als Vorbild: Der Publizist Alex Armlovich argumentiert, dass die Stadt durch ungebremsten Wohnungsbau bezahlbare Mieten erreichte, obwohl die Grundstückspreise astronomisch sind: „Tokyo built its way to relative affordability without ending up with low land values.“ In Kalifornien diskutierten die demokratischen Gouverneurskandidat:innen intensiv über Wohnungspolitik, und die Organisation CA Yimby lehnte eine Wahlempfehlung ab, weil alle Pläne gut seien. Das US-Repräsentantenhaus legte zudem einen Entwurf zum Wohnungsbaugesetz vor, der – anders als der Senat – keine strengen Auflagen für Built-to-Rent-Projekte enthält. Eine Analyse des Unternehmens Flock Homes behauptet, hohe Steuern bei einem Verkauf führten zu Leerstand, da viele Rentner:innen ihre Häuser lieber leer stehen lassen, statt sie zu veräußern. Der angefangene Manufacturing-Teil bricht im gegebenen Text ab.

Einordnung

Der Newsletter transportiert eine marktradikale Botschaft: Deregulierung (Tokio) senke Mieten, während staatliche Eingriffe (Senatsvorlage) schadeten. Die Quellenauswahl ist einseitig – den Cato-Institut und einer Vermarktungsfirma wie Flock Homes wird unkritisch Raum gegeben. Soziale Folgen von Verdrängung, Mieterschutz oder ökologische Aspekte von Hochbau und Öltransport bleiben ausgeblendet. Wer einen schnellen, meinungsstarken Überblick über Bau- und Infrastrukturthemen sucht, wird bedient; alle anderen sollten die neoliberale Schlagseite und die fehlende Gegenperspektive im Blick behalten.