Zusammenfassung
Die Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 21/7483) thematisiert den akuten Sanierungsstau bei Eisenbahnbrücken auf der Strecke Köln–Siegen (Siegstrecke). Basierend auf Daten der DB InfraGO zeigt sich, dass zwischen Hennef (Sieg) und Siegen Hbf 16 Brücken in die schlechteste Zustandsklasse 4 eingestuft sind, darunter acht Brücken über die Sieg mit insgesamt 7.418 m². Trotz einer geplanten Sperrung von sieben Monaten ab Dezember 2026 sollen laut Regierungsantwort auf eine vorherige Anfrage (Drucksache 21/4098) nur 8,6 % der betroffenen Brückenfläche (636 m²) erneuert werden. Die Grünen fordern detaillierte Auskünfte zu Zustand, Restnutzungszeiten, Bauplanungen, Genehmigungsverfahren und Sperrzeiten für zehn konkrete Brücken auf der Strecke und hinterfragen, warum so wenige Brücken in der geplanten Sperrphase saniert werden.
Einordnung
Die Anfrage zielt darauf ab, die Priorisierung der Brückensanierung auf der Siegstrecke zu hinterfragen und mögliche Versäumnisse in der langfristigen Instandhaltungsplanung offenzulegen. Durch den Verweis auf konkrete Brücken mit hohen Flächenanteilen in Klasse 4 und die Diskrepanz zwischen geplantem Erneuerungsumfang (8,6 %) und Gesamtbedarf könnte hier ein strategischer Fokus auf kurzfristige Kompromisse statt langfristiger Infrastrukturvorsorge zum Ausdruck kommen. Die Fragestellung unterstreicht zudem die Bedeutung der Strecke für Pendler:innen und Güterverkehr, ohne dies explizit zu betonen, und stellt die Bundesregierung indirekt in die Pflicht, für transparente Planungs- und Umsetzungsprozesse zu sorgen. Sollte die Antwort der Bundesregierung ausweichend ausfallen, könnte dies die Kritik an mangelnder Verkehrswende und Investitionsstau weiter verstärken.
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