Die Episode porträtiert Josephine Baker als erste schwarze weibliche Superstarin der 1920er Jahre, die aus ärmlichen Verhältnissen in St. Louis zum internationalen Ruhm aufstieg. Die Darstellung verhandelt ihr Leben als Erfolgsgeschichte gegen strukturellen Rassismus und Sexismus, wobei Paris als Ort der Befreiung vom amerikanischen Rassismus gerahmt wird.

Als selbstverständlich wird gesetzt, dass Bakers Karriere durch individuellen Einsatz und Talent erklärbar sei. Der Bananenrock wird ambivalent behandelt – einerseits als rassistisches Stereotyp, andererseits als Ausdruck körperlicher Selbstbestimmung.

Zentrale Punkte

  • Aufstieg trotz struktureller Diskriminierung Baker sei in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und habe sich gegen alltäglichen Rassismus und Segregation in den USA durchgesetzt. Ihre frühen Auftritte in All-Black-Shows vor weißem Publikum werden als Sensation beschrieben, die ihren Durchbruch in New York ermöglicht habe.

  • Paris als Kontrast zur amerikanischen Realität Frankreich wird als Ort dargestellt, an dem Baker Freiheit erfahren habe – bedient von weißen Kellnern, umjubelt von weißem Publikum. Andere afroamerikanische Frauen wie Bessie Coleman seien ebenfalls in Paris aufgeblüht, was die besondere Situation Europas rahme.

Einordnung

Die Episode verbindet biografische Information mit zeitgenössischen Perspektiven von Künstlerinnen und Bakers Sohn. Durch Multiple Voices (Biografin, Familienangehörige, darstellende Künstlerinnen) entstehe ein vielschichtiges Bild. Die Ambivalenz des Bananenrocks werde benannt – sowohl als rassistisches Klischee als auch als Ausdruck von Körperbewusstsein. Kritisch bleibt, dass strukturelle Fragen der Exotisierung schwarzer Künstlerinnen in Europa kaum hinterfragt werden. Paris werde als befreiender Ort dargestellt, ohne die kolonialen Kontinuitäten Frankreichs zu thematisieren. Die Zitate der zeitgenössischen Künstlerinnen bleiben im Transkript teilweise ohne ausgeführten Inhalt.

Hörempfehlung: Lohnt sich für Hörer:innen, die sich für frühe Schwarze Künstlerinnen im europäischen Kontext und die Ambivalenz von Repräsentation interessieren.

Sprecher:innen

  • Fanny Opitz – Sprecherin/Moderatorin
  • Mona Horncastle – Biografin und Josephine-Baker-Spezialistin
  • Brian Bouillon Baker – Sohn von Josephine Baker, Journalist
  • Terry Francis – Filmwissenschaftlerin, Afro-American Studies
  • Dennenesch Zoudé – Schauspielerin, geboren in Äthiopien
  • Nicole Rochelle – Schauspielerin und Sängerin, USA
  • Rodrik Funke – Regisseur, Show "Josephine: Queen of Entertainment"