In „Politics Weekly America“ diskutieren Jonathan Freedland und Susan Glasser die politische Handlungsfähigkeit von US-Präsident Donald Trump vor dem Hintergrund eines eskalierenden militärischen Konflikts mit dem Iran. Die politische Analyse der beiden Gesprächspartner:innen bedient sich dabei stark psychologisierender Frames: Trumps Außenpolitik wird primär als impulsives Transaktionsgeschäft und reine Ego-Pflege gedeutet. Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten fungiert in der Besprechung fast beiläufig als Kulisse für inneramerikanische Machtkämpfe. So werden militärische Truppenverlegungen und Friedensverhandlungen als bloße Variablen für Trumps Umfragewerte, den Wahlkampf der Republikaner und die Frage nach der geistigen Verfassung des US-Präsidenten vorausgesetzt. ### Zentrale Punkte * **Außenpolitik als Immobiliendeal** Trump verwalte den Iran-Konflikt ohne strategische Tiefe wie ein Immobiliengeschäft, so Glasser. Er agiere impulsiv und teste durch militärischen Druck lediglich rhetorische Verhandlungsgrenzen aus. * **Kognitiver Abbau des Präsidenten** Glasser betone, dass Trumps physische Präsenz seinen kognitiven Abbau kaschiere. Im Gegensatz zu früheren Jahren artikuliere er sich in Reden zunehmend inkohärent und verliere gänzlich den Faden. * **Impunität und Widersprüchlichkeit** Trumps eklatante Widersprüche, etwa bei der Briefwahl, zeugten von einer tiefgreifenden politischen Impunität, so Glasser. Demnach würden im Denken des Präsidenten Regeln stets nur für andere gelten. ### Einordnung Die Episode besticht durch eine scharfe Analyse von Trumps politischer Rhetorik. Glasser illustriert anschaulich, wie physische Dominanz in der öffentlichen Wahrnehmung kognitive Defizite verschleiert. Kritisch zu sehen ist jedoch die unhinterfragte US-zentrierte Perspektive: Ein laufender Krieg im Nahen Osten wird im Gespräch fast ausschließlich als wahlkampftaktisches Risiko (etwa durch steigende Benzinpreise) oder als egozentrisches Projekt gerahmt. Die zivilen Betroffenen des Konflikts bleiben zugunsten einer rein inneramerikanischen Betrachtung des Washingtoner Politikbetriebs systematisch unerwähnt. **Hörempfehlung**: Lohnend für Hörer:innen, die sich für die mediale und psychologische Aufarbeitung von Trumps Regierungsstil in seiner zweiten Amtszeit interessieren. ### Sprecher:innen * **Jonathan Freedland** – Guardian-Kolumnist und Host des Podcasts * **Susan Glasser** – Redakteurin beim New Yorker und politische Analystin