Zusammenfassung

Die Fraktion Die Linke fragt in einer Kleinen Anfrage nach dem Ausmaß rechtsextremer Aufmärsche, Kundgebungen und Demonstrationen im zweiten Halbjahr 2025. Gefragt wird nach Anzahl, Orten und Anmelder:innen der Veranstaltungen, nach deren Motto, Teilnehmer:innenzahlen und überregionaler Mobilisierung. Zudem sollen organisatorische Verbindungen zu den Parteien „Die Heimat“ (ehemals NPD), „Der III. Weg“ und der AfD sowie zu neonazistischen Kameradschaften offengelegt werden. Weiter wird nach begangenen Straftaten bei diesen Aufmärschen und nach möglichen Nachmeldungen aus dem ersten Halbjahr 2025 gefragt. Die Anfrage verweist auf die Strategie der „Raumaneignung“ durch die extreme Rechte und die mögliche Funktion solcher Veranstaltungen als Rekrutierungsorte.

Einordnung

Die Anfrage bedient sich eines klaren Framings, das rechtsextreme Aufmärsche als gezielte Einschüchterungs- und Normalisierungsstrategie beschreibt und damit eine politische Bewertung vorwegnimmt. Die systematische Erfassung von Teilnehmenden, Anmelder:innen und organisatorischen Netzwerken könnte dazu dienen, politische Gegenstrategien zu entwickeln oder die Arbeit der Sicherheitsbehörden kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig könnte die Anfrage als Dokumentationsinstrument fungieren, das den gesellschaftlichen und institutionellen Umgang mit rechtsextremen Mobilisierungen evaluiert. Die Fragen nach Straftaten und organisatorischen Verbindungen zielen darauf ab, mögliche Versäumnisse der Behörden oder gezielte Vernetzung rechtsextremer Akteure aufzuzeigen. Die strategische Auswahl der Fragen könnte darauf hindeuten, dass die Fraktion Die Linke die systematische Beobachtung und Bekämpfung rechtsextremer Strukturen als prioritär ansieht.