Martin Schori, KI-Experte bei Aftonbladet, betont, dass journalistischer Erfolg in der KI-Ära primär von der Pflege menschlicher Beziehungen abhängt. Er warnt davor, KI lediglich für isolierte Kleinstprobleme zu nutzen, was oft nur mittelmäßige Ergebnisse liefert. Er konstatiert in diesem Zusammenhang: „Wir werden uns fragen, warum wir so viel Energie verschwendet haben, statt die Redaktion von Grund auf mit KI als Basisschicht neu zu denken.“ Schori fordert somit einen radikalen Umbau der Newsrooms und journalistischen Prozesse statt eines bloßen technischen Flickschusterns im bestehenden System.
Einordnung
Schoris Ansatz entspringt einer optimistischen Innovationslogik, die technologischen Fortschritt als unumgängliches Fundament begreift. Er blendet jedoch potenzielle Machtungleichgewichte und ökonomische Verdrängungsprozesse weitgehend aus, indem er den Fokus auf Soft Skills und „Spaß“ legt. Der Text bietet dennoch wertvolle Impulse für Medienstrateg:innen, die über rein technische Tools hinausdenken wollen. Aufgrund der profilierten Expertensicht ist die Lektüre für Brancheninsider:innen, die sich für die organisatorische Transformation von Medienhäusern interessieren, sehr lesenswert.