Paul von Public Notice zeichnet ein vernichtendes Porträt des langjährigen republikanischen Senatsführers Mitch McConnell. In seiner pointierten Abrechnung erscheint McConnell als Architekt einer beispiellosen Obstruktionspolitik, die darauf abzielte, den politischen Gegner scheitern zu lassen. Schon 2008 gab er die Devise aus, gegen alles zu sein, wofür Barack Obama stand, und nutzte die Filibuster-Regel als ständige Blockadewaffe. Der Höhepunkt war die Verweigerung, Merrick Garland überhaupt anzuhören – ein präzedenzloser Bruch, den McConnell mit dem fadenscheinigen Argument rechtfertigte, in einem Wahljahr dürfe keine Richterin ernannt werden. Später ließ er Amy Coney Barrett in nur 39 Tagen bestätigen. „Einer meiner stolzesten Momente war, als ich Barack Obama in die Augen sah und sagte: ‚Mr. President, Sie werden diese Stelle am Supreme Court nicht besetzen‘“, zitiert der Text den Senator. McConnells Verfahrensradikalismus blieb ohne politische Kosten, weil viele Wähler*innen solche Normverstöße kaum beachteten oder schnell vergaßen. So sicherte er eine konservative Supermehrheit im Supreme Court, die das Recht auf Abtreibung kippte und Donald Trump weitgehende Immunität gewährte.
Noch folgenreicher war McConnells Handeln nach dem Sturm auf das Kapitol. Er verzögerte das Impeachment und stimmte schließlich für Trumps Freispruch – mit der Behauptung, ein Ex-Präsident könne nicht verurteilt werden, was verfassungsrechtlich unhaltbar ist. Damit verhinderte er Trumps Rückkehr ins Präsidentenamt, um ihn kurz darauf öffentlich als moralisch verantwortlich für den Aufstand zu brandmarken. McConnells Vermächtnis, so Paul, ist ein korrupteres, weniger handlungsfähiges Regierungssystem. Die Demokrat*innen müssten aus dieser Geschichte lernen und selbst prozedurale Radikalität wagen, um den Schaden zu behe