1. Pragmatismus als Antwort auf politische Blockaden

Es werde argumentiert, dass eine rein konfrontative Haltung gegenüber der AfD auf kommunaler Ebene die Handlungsfähigkeit einer Gemeinde lähme. Durch den Fokus auf konkrete Sachpolitik – wie etwa bei einem geplanten Windpark in Gartz (Oder) – sei es möglich, parteiübergreifende Mehrheiten zu organisieren, selbst mit Vertreter:innen der AfD. Dies diene primär dazu, kommunale Projekte finanziell abzusichern.

2. Kritik an der parteipolitischen Vernachlässigung der Kommunen

Es werde konstatiert, dass Parteien die kommunale Ebene massiv vernachlässigen würden, da Ressourcen und Aufmerksamkeit häufig auf die Bundes- oder internationale Ebene sowie auf ideologische Abgrenzung fokussiert seien. Dies führe dazu, dass sich Bürger:innen vor Ort nicht ausreichend repräsentiert fühlten und die AfD in diese „Leerstelle“ stoße, indem sie dort präsenter auftrete.

3. Scheitern der „Brandmauer“-Strategie in der Debatte

Die Wirksamkeit der sogenannten „Brandmauer“ werde in der Runde kontrovers diskutiert. Es werde geäußert, dass dieser Ansatz die AfD aus dem direkten Diskurs herausnehme und sie damit aus der Notwendigkeit entlasse, ihre Positionen sachlich begründen zu müssen. Stattdessen solle man die Partei durch inhaltliche Konfrontation und das „In-die-Pflicht-Nehmen“ stellen.

4. Historische Gründe für die Distanz zu Parteien

Es werde hervorgehoben, dass die Parteibindung im Osten Deutschlands historisch bedingt geringer sei und Parteien dort ein geringeres Ansehen genössen. Zudem hätten Enttäuschungen nach der Wiedervereinigung, Deindustrialisierungsprozesse und das Gefühl einer „versprochenen, aber nicht eingelösten“ Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse den Boden für populistische Strömungen bereitet.