Philipp Westermeyer begrüßt im OMR Podcast den gebürtigen Ostfriesen Wilke Stroman, der mit Sparhandy aus einer Ausbildungszeit-Nebenbeschäftigung einen 700-Millionen-Euro-Konzern baute und 2019 für 83 Millionen Euro verkaufte. Heute ist der 45-Jährige als Vorstand der Mobile Zone AG tätig, investiert in Meme-Seiten, Likör-Marken und Last-Mile-Fahrräder und kandidiert am 27. September 2025 für das Präsidium des 1. FC Köln.

1 Sparhandy sei aus einer Tankstellen-Idee entstanden

„Ich war so quasi derjenige, den man kannte, der schon ein Handy hatte … habe die Handyverträge vermittelt, zuerst zu dem lokalen Händler, dann zu einem Großhändler.“

2 Der Verkauf sei nie primär finanziell motiviert gewesen

„Die monetäre war nie meine Hauptmotivation … ich fand es spannend, Vorstand einer börsennotierten AG zu werden.“

3 Der Markt gelte als gesättigt, Margen lägen bei nur 5 %

„Der Markt ist 100 % gesättigt … mit 5 % sind wir sehr zufrieden. Das schaffen wir nicht jedes Jahr.“

4 TV- und Ole-Partys-Sponsoring habe früh Reichweite beschert

„Wir haben um die Marke bekannt zu machen … über zehn Jahre lang diese Ole-Party-Reihe … gesponsert.“

5 Influencer-Tarife wie „Poldi Mobile“ sieht er skeptisch

„Ich bin skeptisch, ob das in Deutschland so funktionieren würde … die Wechselgründe sind viel geringer geworden.“

6 Für das FC-Präsidium habe er 4.589 Unterschriften gesammelt

„Wir sind das erste Team, das es geschafft hat … 3 % der Mitglieder zu einer Unterschrift zu bewegen.“

Einordnung

Das Format folgt dem klassischen OMR-Muster: locker-männlich, unterhaltsam und ohne kritische Nachfragen. Westermeyer lässt Stroman in langen Monologen erzählen, stellt kaum nach und überlässt die Deutungshoheit dem Gast. Fehlende Perspektiven – etwa zur Arbeitskultur in Logistik und Call-Centern, zu Datenschutz bei 1,1 Mio. Verträgen oder zur Marktmacht der Netzbetreiber – bleiben unerwähnt. Der Podcast inszeniert Erfolg als nahezu lineare Heldenreise; Scheitern, ethische Fragen oder strukturelle Probleme des Mobilfunkmarktes tauchen nicht auf. Die Episode wirkt wie ein 90-minütiger Werbeclip für Unternehmertum und den 1. FC Köln – wer Hintergründe sucht, wird hier nicht fündig.

Hörwarnung: Wer Sparhandy-Insights oder kritische Marktanalyse erwartet, wird enttäuscht; wer eine feel-good Gründerstory sucht, ist hier richtig.