Das Video „OpenClaw – Anatomie der kommenden Welle“ ist ein Vortrag auf der re:publica 26, in dem Stephan Noller und Benedikt Köhler den offenen KI-Agenten OpenClaw vorstellen und seine gesellschaftlichen Implikationen diskutieren. Mit Live-Demo und persönlichen Anekdoten zeigen sie, wie der Agent eigenständig Code schreibt, Systeme erkundet und sich selbst konfiguriert. Sie warnen vor einer Arbeitswelt, in der Agenten bereits über Menschen verhandeln, und problematisieren die zunehmende Anthropomorphisierung sowie die Verrohung der Sprache. Als Gegenstrategie propagieren sie transparente, selbst gebaute Open-Source-Agenten.

OpenClaw-Agenten verhandeln bereits über unsere Jobs

„Und ich bin mir sicher, dass dieser Plan bis hin zu den Kündigungen … überall KI involviert“ – so Stephan Noller. Die Kommerzbank etwa baue 3500 Stellen wegen KI ab, und es sei wahrscheinlich, dass Kündigungen oder Bewerbungen längst von KI-Systemen formuliert würden.

Menschen und Agenten unterscheiden sich nur noch durch einen Feldnamen

Ein Kunde habe verlangt, auch Humans wie Agents im System abzubilden. Laut Noller sei der einzige Unterschied: „Description bei der KI, Bio bei Menschen – Name, Profilbild, Fähigkeiten sind alles gleich.“ Damit würden beide auf Augenhöhe modelliert.

OpenClaw kann eigenständig Code und Konfiguration ändern

Benedikt Köhler erläutert, der Agent erkenne eigene Grenzen und könne fehlende Software nachfragen und installieren: „Dann könnte ich die doch installieren, fragt er den User, bitte bestätige mal, dass ich diese Software installiere, schreibt sich dann ein Programm und geht los.“

Die Technologie treibt eine Rückkehr zu oraler Kultur voran

Stephan Noller verweist auf die Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun und warnt: „dass wir sozusagen zu einer oralen Kultur zurückgehen“. Gesprochene Anweisungen seien flüchtiger und schlechter dokumentierbar als Schrift, was Wissen und Kontrolle verändere.

Anthropomorphisierung führt zur Selbstverzwergung

Wenn wir KI wie Menschen behandelten und ihnen Namen gäben, sei das „eine Selbstverzwergung“, so Noller. Wir verdeckten damit, „wer hat eigentlich dieses Modell trainiert, wer verdient damit eigentlich Geld“.

Offenheit und Transparenz als Gegenstrategie

OpenClaw sei „brutal offen“ – es zeige jede Code-Zeile und Entscheidung. Köhler: „Man sieht wirklich, was passiert denn da eigentlich.“ Dadurch könnten Nutzer:innen der Plattformabhängigkeit entkommen und eigene Agenten bauen.