based.: Sind wahre Rebellen heute bei der Jungen Union, Jan Fleischhauer? (reupload)
Jan Fleischhauer über linke Medienmacht, rechte Versuchungen und die Verteidigung des Bürgerlichen durch provokanten Journalismus.
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48 min read3395 min audioIn dieser Live-Episode sprechen Dominik Steffens und Benny Scherp mit dem Kolumnisten Jan Fleischhauer vor einem liberalen Publikum. Fleischhauer, der sich selbst als "reaktionär" bezeichne, entwerfe ein Bild Deutschlands, in dem eine linke Elite aus Medien und Kultur die Deutungshoheit besitze, während die bürgerliche Mitte ohnmächtig sei. Rebellisch sei heute, wer sich zur Freiheit bekenne – weshalb er die FDP-Jugend als widerständig einstufe. Die Grünen und deren Anhänger:innen rahme er als brave Anpasser:innen, die von einem "Gouvernanten-Ton" gesteuert würden. Gleichzeitig grenze er sich scharf von der AfD ab, die er als unbürgerlich und revolutionär verorte, während er europäische Rechtsparteien wie die von Giorgia Meloni als Stabilitätsanker normalisiere.
### Zentrale Punkte
* **Liberalismus als wahre Rebellion**
Fleischhauer behaupte, dass heute nicht die linke Jugend, sondern junge Liberale und Konservative die eigentlichen Rebellen seien, da sie gegen den Mainstream der Medien- und Kulturwelt schwimmen. Die Grüne Jugend gelte ihm als Sammelbecken der Braven.
* **Linke Medienhegemonie und Herdentrieb**
Die Dominanz linker Positionen im Journalismus erkläre er durch Selektionsmechanismen und Neid auf wirtschaftlich Erfolgreiche. In diesem Milieu herrsche eine Sterilität, die Abweichler durch einen "Gouvernanten-Ton" und Herdentrieb diszipliniere.
* **Abgrenzung zur AfD, Normalisierung der Rechten**
Die AfD beschreibe er als dezidiert unbürgerlich und revolutionär, weshalb er sie ablehne. Gleichzeitig präsentiere er Giorgia Meloni als europäischen Stabilitätsanker und verharmlose deren politische Herkunft, während er die AfD als Reaktion auf die linke Elite verstehe.
* **Boshaftigkeit als journalistische Methode**
Fleischhauer verteidige seinen Stil der Boshaftigkeit und Beleidigung als legitime Form der Auseinandersetzung. Er nutze diese gezielt gegen Personen, die unbürgerlich agierten, und sehe darin eine Notwendigkeit gegen einen vermeintlichen Meinungskonsens.
### Einordnung
Die Episode bietet Einblicke in die rhetorischen Strategien eines etablierten konservativen Kolumnisten und zeigt, wie liberale und konservative Narrative verschmelzen. Fleischhauer argumentiert pointiert und unterhaltsam, was ihm bei dem sympathisierenden Publikum Zustimmung sichert. Seine Selbstpositionierung als Außenseiter – obwohl er für einen großen Verlag schreibt – ist dabei ein zentraler rhetorischer Kniff.
Problematisch ist, wie unhinterfragt bestimmte Annahmen als Fakten präsentiert werden. So wird die Existenz einer geschlossenen linken Medienelite als Erklärung für gesellschaftliche Entwicklungen gesetzt, ohne dass strukturelle oder ökonomische Gegenargumente erwogen werden. Die Normalisierung rechter Regierungen durch Framing als "Stabilitätsanker" erfolgt ohne kritische Einordnung der daraus resultierenden Gefahren für Minderheiten. Zudem wird der Begriff "Gouvernanten-Ton" genutzt, um linke oder progressive Kritik pauschal als Bevormundung abzuwerten, was die inhaltliche Auseinandersetzung mit diesen Positionen umgeht. Die Episode bleibe ganz im Diskursraum einer bürgerlichen Elite, die sich als bedroht inszeniert.
### Sprecher:innen
* **Jan Fleischhauer** – Kolumnist (Focus), ehem. Spiegel-Redakteur, bezeichnet sich als reaktionär
* **Dominik Steffens** – Podcaster und Journalist (Based.)
* **Benny Scherp** – Podcaster und Journalist (Based.)