Der Podcast vom 10. August 2026 widmet sich in gewohnt polemischer Form dem „Klimasommer", internationalen Migrationskonflikten und einem wissenschaftlichen Betrugsfall im Kontext von Diversitätsbestrebungen. Die Moderatoren Markus Somm und Dominik Feusi kehren aus den Ferien zurück und nehmen die mediale Berichterstattung über die Hitzewelle zum Anlass, um grundsätzliche Kritik an der Klimapolitik sowie an links-grünen und internationalistischen Konzepten zu üben. Als selbstverständlich gesetzt wird dabei, dass nationale, auf Eigeninteresse bedachte Politik die einzig realistische Option sei und dass das „Leistungsprinzip" die essenzielle Grundlage für den Erfolg der westlichen Zivilisation darstelle.
Zentrale Punkte
- Klimapolitik als Illusion und Selbstläufer Vor der aktuellen Hitzewelle sei jede Form von Schweizer Klimapolitik wirkungslos, da das Land das globale Klima nicht beeinflussen könne. Anstatt den CO₂-Ausstoß zu senken, müsse man sich einfach an die Wärme anpassen, was mit Atomstrom, Klimaanlagen und Bewässerung problemlos möglich sei. Die mediale Hysterie sei ein selbstreferenzielles Spiel, bei dem nur auf Klicks geschielt werde.
- Nationale Härte als Lösung im Asylchaos Die Ceuta-Krise und der Anschlag in Berlin zeigten, dass internationale Abkommen wie Dublin und Schengen gescheitert seien. Nur nationaler Druck, wie ihn der Bundesrat Beat Jans nun bei Abschiebungen nach Marokko mache, führe zu Ergebnissen. Die Vorstellung, Migration international zu lösen, sei ein gefährliches Dogma, das die Bevölkerung verärgere, weil falsche Versprechen gemacht würden.
- Tribalismus und kulturelle Inkompatibilität Der islamistische Anschlag in Berlin und politische Entwicklungen in den USA belegten, dass muslimische Einwanderung eine „tödliche Gefahr" bringe. Anders als frühere europäische Einwanderer stellten viele Muslim:innen Grundwerte wie Demokratie und Rechtsstaat infrage und verhielten sich tribalistisch – sie würden nicht nach politischen Inhalten, sondern nach Religionszugehörigkeit wählen.
Einordnung
Die Episode bietet ein dichtes Stimmungsbild einer politischen Haltung, die internationale Kooperation pauschal als naive Illusion abtut und nationale Alleingänge als alternativlose Lösung präsentiert. Die Stärke der Sendung liegt in ihrer Fähigkeit, Widersprüche in der medialen Berichterstattung und politischen Kommunikation zuzuspitzen, etwa wenn die plötzliche Handlungsfähigkeit bei Abschiebungen als Erfolg nationalen Drucks vermittelt wird.
Die Argumentation baut auf mehreren unhinterfragten Annahmen auf. So wird „die Schweiz" als klimapolitisch ohnmächtig dargestellt, ohne die Rolle von Technologie-Exporten oder globalen Allianzen zu erwähnen. In der Migrationsdebatte wird das Scheitern des Dublin-Systems auf eine angebliche ideologische Verbohrtheit zurückgeführt, während geopolitische Ursachen von Fluchtbewegungen und die Komplexität der EU-Politik ausgeblendet werden. Problematisch ist die pauschalisierende Gegenüberstellung: Frühere europäische Einwander:innen hätten „unsere Werte" geteilt, während muslimische Zuwanderung als „tödliche Gefahr" und kulturell inkompatibel gerahmt wird – eine essentialistische Sicht, die die Vielfalt innerhalb muslimischer Gemeinschaften negiert. Das „Leistungsprinzip" wird als scheinbar objektiver Naturzustand gesetzt und gegen Diversitätsbestrebungen ausgespielt, wobei Letztere ohne Differenzierung als leistungsfeindlich abgeurteilt werden. Die Sendung endet ironisch selbstreferenziell mit dem Satz: „...dass jetzt wieder die zwei alte weiße Männer mit ihren reaktionäre Ansichten leuten belästigen und behiligen“, was eine mögliche Kritik an der eigenen Position vorwegnimmt und damit neutralisiert.
Sprecher:innen
- Markus Somm – Journalist und Verleger, moderiert den Podcast
- Dominik Feusi – Journalist, moderiert gemeinsam mit Markus Somm