In der internationalen Ausgabe von «Weltwoche Daily» vom 20. August 2026 spricht Roger Köppel allein über Schweizer Neutralität und deutsche Außenpolitik. Er stellt Neutralität als umfassendes Erfolgsmodell dar und behauptet, die Schweiz habe sie durch die Übernahme von EU-Sanktionen teilweise aufgegeben. Deutschland stecke in einer Identitätskrise und solle sich an der Schweiz orientieren. Die westliche Ukraine-Politik kritisiert er als moralisierend und selbstschädigend.

Zentrale Punkte

  • Neutralität als einzigartiges Erfolgsmodell Köppel behaupte, die Schweizer Neutralität sei einzigartig, umfassend und ein Wohlstandsfaktor. Durch EU-Sanktionen habe die Schweiz sie ausgehöhlt. Deutschland solle sich daran orientieren.
  • Deutsche Ukraine-Politik als Eskalation und Selbstschädigung Er argumentiere, Deutschland sei schrittweise in den Krieg hineingezogen worden. Die Nord-Stream-Ermittlungen zeigten, dass die Ukraine kein Freund sei, sondern deutsche Infrastruktur zerstört habe.

Einordnung

Die Stärke liegt im Benennen konkreter Eskalationsschritte und der Frage nach deutschen Interessen. Allerdings bleibt der Monolog stark wertend: Begriffe wie die „terroristischen Zerstörung“ der Pipeline emotionalisieren, ohne laufende Ermittlungen oder Gegenpositionen zu berücksichtigen. Neutralität wird als alternativloses Erfolgsmodell gesetzt, ohne ihre historischen Widersprüche oder sicherheitspolitischen Kosten zu reflektieren.

Sprecher:innen

  • Roger Köppel – Verleger und Chefredaktor der Weltwoche