Am Rande einer Veranstaltung der Politischen Bildungsakademie Bayern spricht der Deutschland-Kurier mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten Tobias Teich. Im Zentrum des kurzen Interviews steht die gezielte Kaderausbildung der Partei mit Blick auf angestrebte Regierungsübernahmen auf Landes- und Bundesebene.

Kaderschmiede soll Personal für Regierungsämter aufbauen

Die Akademie diene explizit dazu, eine Struktur „top-down“ aufzubauen, um genügend Personal für Posten in zukünftigen Regierungen bereitzustellen. Teich betont, die AfD wolle „politische Verantwortung übernehmen, weil wir beweisen wollen, dass wir regieren können und weil wir auch regieren werden“.

„Bestenauslese“ als Prinzip der Elitenrekrutierung

Der Begriff der „Bestenauslese“ werde in der Akademie praktiziert. Teich erklärt, es brauche „die fähigsten Menschen in Position, die die Aufgabe [...] mit Bravour meistern können“. Dieses Auswahlprinzip erinnere an ein meritokratisches, jedoch stark hierarchiebetontes Organisationsverständnis.

Parteifreundschaft mit der FPÖ als Bildungsachse

Für die Ausbildung werde auf parteiinterne Kräfte wie Dr. Roland Hartwig zurückgegriffen, aber auch explizit auf „unsere Freunde aus Österreich“. Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) stelle ihr „Freiheitliches Bildungsinstitut“ zur Verfügung, wobei Teich betont, dass der Kooperation „keine Grenzen gesetzt“ seien.

Professionalisierung als Vorbereitung auf den „Tag der Macht“

Die Vorbereitung auf Regierungsämter laufe längst. Teich verweist auf Sachsen-Anhalt, wo man „gut aufgestellt“ sei und genau wisse, „was passieren wird, wenn der Tag kommt“. Die Professionalisierung werde nicht erst für die Zukunft geplant, sondern habe „längst begonnen“.

Björn Höcke als Stichwortgeber der Akademie

Die offen rechtsextreme Galionsfigur Björn Höcke wird als Gastredner genannt, der auf der Veranstaltung über die „Bestenauslese“ gesprochen habe. Sein Auftritt wird kommentarlos als Beleg für die inhaltliche Ausrichtung der Akademie präsentiert, ohne dass der Interviewer kritisch nachfragt.

Einordnung

Das Video dokumentiert eine reine Selbstdarstellung des AfD-Politikers Tobias Teich. Der Deutschland-Kurier fungiert hier nicht als journalistisches Medium, sondern als Stichwortgeber für eine inszenierte Werbebotschaft. Das Format eines kurzen, unkritischen Interviews auf rotem Teppich mit Parteibranding ist ein klassisches Element strategischer politischer Kommunikation. Es zielt darauf ab, Begriffe wie „Bildungsakademie“ und „Professionalisierung“ als harmlos erscheinen zu lassen und Parteiaktivitäten rhetorisch aufzuwerten. Die fehlende journalistische Distanz ermöglicht es Teich, das Narrativ einer unaufhaltsamen, bestens vorbereiteten Regierungspartei zu verbreiten, ohne dass Widersprüche thematisiert werden. Auffallend ist die sprachliche Verschleierung: Die Zusammenarbeit mit der FPÖ wird zur harmlosen Freundschaft unter Bildungsinstituten verklärt. Der historisch belastete Begriff der „Bestenauslese“, den auch Björn Höcke verwendete, wird affirmativ übernommen und nicht etwa auf seine antidemokratische Konnotation hin befragt. Unausgesprochene Annahme des gesamten Gesprächs ist, dass politische Macht eine reine Frage von Kaderschulung und nicht demokratischer Legitimation sei. Machtverhältnisse werden nicht hinterfragt, sondern der eigene Machtanspruch wird durch das bloße Behaupten von Kompetenz reproduziert. Alternative Perspektiven oder kritische Stimmen fehlen vollständig. Die visuelle Gestaltung mit Bauchbinden und Kameraansprache zitiert journalistische Codes, um dem propagandistischen Inhalt einen seriösen Anstrich zu verleihen. Durch die unkritische Begleitung verkommt das Format zur schlichten Wahlkampfhilfe. Es ist eine dokumentierte Werbeveranstaltung, kein journalistischer Beitrag. Sehwarnung: Wer eine kritische Einordnung oder journalistische Information erwartet, wird enttäuscht. Das Video bietet ausschließlich die ungefilterte Selbstinszenierung der AfD.