Kontext und Sprecher:innen
Florian Machel interviewt die AfD-Europaabgeordnete Irmhild Boßdorf in Straßburg. Das Gespräch findet vor dem Hintergrund ihrer Tätigkeit im Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter (FEMM) statt. Das Hauptthema ist die Kritik an EU-Finanzierungsstrukturen, Gender-Politik und der Ausrichtung der europäischen Institutionen.
1. Vorwurf der geheimen 100-Milliarden-Euro-Investition
Irmhild Boßdorf behauptet, die EVP-Fraktion habe versucht, 100 Milliarden Euro für „Gender Mainstreaming“ in den nächsten fünf Jahren zu verabschieden, wobei man die entsprechenden Berichte geheim halten wollte. Sie sagt: „100 Milliarden Euro für Gender Mainstreaming. [...] Davon werden diese ganzen ideologiegetriebenen Projekte vorangetrieben.“
2. Kritik an der Familienpolitik und Erwerbsquote
Es wird angeführt, dass die EU-Politik gezielt die Erwerbstätigkeit von Frauen fördere, anstatt individuelle Lebensentwürfe zu unterstützen. Irmhild Boßdorf bezeichnet dies als „infam“ und argumentiert, man solle „die 100 Milliarden [...] für die Förderung von Familienstrukturen“ ausgeben, anstatt Frauen in oft „subalterne Jobs“ zu drängen.
3. Bewertung des Gender Pay Gaps
Die Diskussion um den Lohnabstand wird als ideologisch motiviert dargestellt. Laut Irmhild Boßdorf sei die Benachteiligung von Müttern das eigentliche Problem, während der allgemeine „Gender Pay Gap“ durch die unterschiedliche Berufswahl und Arbeitszeitgestaltung erklärbar sei. Sie behauptet: „Mütter sind benachteiligt, Frauen sind nicht benachteiligt.“
4. Bedenken zur Chatkontrolle und Medienkompetenz
Die Abgeordnete warnt vor einer drohenden „verpflichtenden Chatkontrolle“ und kritisiert das Thema „Medienkompetenz“ als Instrument zur staatlichen Steuerung. Sie behauptet, die EU wolle damit entscheiden, „was Kinder lesen“, und NGOs sowie „links-alternative Medien“ finanziell bevorzugen, während alternative Medien wie der Deutschland-Kurier benachteiligt würden.
5. Resolution zu Zypern als politisches Manöver
Irmhild Boßdorf kritisiert eine Resolution zur Situation zypriotischer Frauen, in der sie ein „Codewort“ für Abtreibung sieht. Sie erklärt: „Man versucht diesen ganzen linken ideologischen Quatsch dann halt über so eine Resolution des FEMM-Ausschusses zu Zypern zu implementieren.“