Der Newsletter von Public Notice berichtet über die „desaströse“ Auftaktfeier zum 250-jährigen Bestehen der USA unter Trump. Verkehrsminister Duffy nannte Kritiker:innen „libtards“. Für die Autor:innen ist das ein Beleg, wie MAGA die Gründerwerte angreift. Als historische Autorität wird die Yale-Professorin Joanne Freeman interviewt – sie spricht von einer „ziemlich beängstigenden Zeit für Politikhistoriker:innen“.

Freeman führt aus, die derzeitige Präsidentschaft sei „völlig außerhalb der Grenzen und jenseits allem, was sich die Gründergeneration hätte vorstellen können“. Betont wird das Misstrauen der Gründer gegenüber einem Einzelnen mit zu viel Macht. Die Kontrollmechanismen seien ausgehebelt, weil der republikanisch dominierte Kongress und der Supreme Court nicht widerstehen. Die Verwaltung glaube, die gesamte Macht zu besitzen. Freeman ist „wütend, denn das, was wir gerade erleben, ist nicht, was ein Präsident sein sollte“. Der Text ist ein Preview, das vollständige Interview erscheint nur für zahlende Abonnent:innen.

Einordnung

Die Argumentation stützt sich auf die Deutung einer einzelnen Historikerin, deren Auslegung der Gründerväter-Intentionen nicht unumstritten ist. Alternative historische Perspektiven, etwa aus originalistischer Sicht, fehlen völlig. Mit Begriffen wie „Regime“ und der Rahmung Trumps als illegitimen Autokraten wird eine alarmistische Erzählung verstärkt, die implizit annimmt, die Gründer hätten eine heute noch unverändert gültige Norm gesetzt. Der Newsletter verfolgt erkennbar das Ziel, durch Empörung und exklusive Expertenstimmen Abos zu generieren, und normalisiert dabei eine liberal-ablehnende Haltung.

Politisch ist die Ausgabe relevant, weil sie die Demokratie-Debatte mit historischer Legitimität unterfüttert. Lesenswert ist sie für jene, die eine klar positionierte historische Kritik an Trump suchen – doch mit kritischem Blick auf die selektive Quellenwahl und den Werbecharakter.