In dem Interview auf dem 17. AfD-Bundesparteitag in Erfurt befragt der Deutschland-Kurier den Thüringer Landessprecher Stefan Möller zu den Rahmenbedingungen des Parteitags, der Zusammenarbeit mit Behörden und parteiinternen Prozessen wie der Unvereinbarkeitsliste.

1. Professionalisierung der Partei

Stefan Möller ordnet den Parteitag als Prozess einer zunehmenden Professionalisierung ein. Er gibt an, dass die Ära von Überraschungserfolgen durch "knallige Reden" vorbei sei und nun "sehr sehr viele Vorab-Absprachen" und eine hohe Transparenz bei Kandidaturen dominierten, was für eine "29%-Partei" erforderlich sei.

2. Delegierung der Unvereinbarkeitsliste

Bezüglich der umstrittenen Unvereinbarkeitsliste stellt Stefan Möller klar, dass der Antrag nicht zurückgezogen, sondern in die Zuständigkeit des neuen Bundesvorstands delegiert worden sei. Er stellt die These auf, dass eine Überarbeitung notwendig sei, um zu klären, ob die Liste als "externes Kommunikationsinstrument" überhaupt dienlich sei oder primär für die "innere Arbeit" benötigt werde.

3. Wahrnehmung der Sicherheitslage

Stefan Möller äußert sich zufrieden über die Zusammenarbeit mit den Ordnungsbehörden vor Ort. Er behauptet jedoch, dass es auf Ebene der "politischen Führungsspitze" Vorbehalte gegenüber der AfD gebe, wodurch die Partei "anders behandelt" werde als andere politische Akteure.

4. Strategie gegenüber politischen Gegnern

Auf die Frage nach einer Botschaft an linksextreme Demonstranten und kritisierende Politiker wie Marie-Agnes Strack-Zimmermann antwortet Stefan Möller mit einem taktischen Hinweis: "Wenn der Gegner Fehler macht, störe ihn nicht dabei und die machen gerade massiv Fehler."