1. Finanzierung der Wahlversprechen bleibt ungeklärt

Es könne nicht aufgezeigt werden, wie die zahlreichen kostspieligen Wahlversprechen der AfD in Sachsen-Anhalt, wie etwa das Familiengeld oder die Aufstockung der Polizei, konkret gegenfinanziert werden sollen. Während Ulrich Siegmund von einem Einsparpotenzial durch Bürokratieabbau spreche, halte Ursula Weidenfeld entgegen, dass die Kosten für die geplanten Maßnahmen den Landeshaushalt weit überstiegen und die genannten Einsparungen nicht ausreichten.

2. Strategische Vorbereitung auf Regierungsverantwortung

Ulrich Siegmund bestätige, dass sich die AfD seit Jahren systematisch auf eine Regierungsübernahme vorbereite, inklusive der Ausbildung von Personal wie Referenten und Büroleitern. Justus Bender merke an, dass diese „Kaderschmieden“ und die gezielte Suche nach ideologisch loyalem Personal bei Beobachter:innen Gänsehaut hervorrufe, da das Ziel eine weitreichende Umgestaltung des Staatsapparates sei.

3. Spannungsfeld zwischen Vision und Umsetzbarkeit

Ulrich Siegmund gestehe ein, dass nicht alle Punkte des Regierungsprogramms sofort umsetzbar seien und unterscheide zwischen einer „langfristigen Vision“ und kurzfristigen Sofortmaßnahmen. Diese Haltung führe zu einem Konflikt: Während die Partei im Wahlkampf den Anspruch auf radikale Veränderung erhebe, werde in der Diskussion auf die Abhängigkeit von der Bundespolitik und haushalterische Zwänge verwiesen.

4. Ideologische Deutung von Wirtschafts- und Energiethemen

Die Diskussion zeige eine Diskrepanz in der Analyse der wirtschaftlichen Lage. Ulrich Siegmund führe den wirtschaftlichen Abstieg primär auf die „ideologiegetriebene“ Energiewende und eine „verfehlte Asylpolitik“ zurück. Ursula Weidenfeld kritisiere dies als Bekämpfung von „Gespenstern“ und mahne an, dass die Partei keine substanziellen, wirtschaftspolitisch fundierten Lösungen präsentiere, sondern operative Details vernachlässige.

5. Umgang mit Fachkräftemangel und Demografie

Die AfD setze auf ein familienpolitisches Programm (z.B. Geburtsprämien), um dem demografischen Wandel zu begegnen. Ulrich Siegmund behaupte zudem, dass durch die Schaffung einer „positiven Atmosphäre“ und die Rückbesinnung auf traditionelle Werte Fachkräfte aus dem Ausland oder anderen Bundesländern zurückgewonnen werden könnten. Justus Bender und Ursula Weidenfeld zweifelten an, dass diese Maßnahmen das strukturelle Problem des Fachkräftemangels lösen könnten.