Das Team des vielfach gehörten Podcasts „Die Peter Thiel Story“ ist zu Gast beim ARD Sounds Festival 2026. In der Live-Aufnahme berichten die Autor:innen Jasmin Körber, Christian Schiffer und Produzent Klaus Uhrig von den Entwicklungen des letzten Jahres. Peter Thiel sei weiterhin damit beschäftigt, politischen Einfluss auszuüben, seine libertären Ideen voranzutreiben und Strukturen zu schaffen, die kritischen Journalismus erschweren sollen. Die Bühne wird in diesem Update auch genutzt, um den neuen Podcast des Teams vorzustellen, der sich mit Sam Altman, Open AI und den aktuellen gesellschaftlichen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Die Sprecher:innen präsentieren Thiels Handeln als konsequente Fortsetzung eines antidemokratischen Projekts, das von langer Hand geplant sei und dessen Auswirkungen nun immer deutlicher würden.

Zentrale Punkte

  • Thiels libertäres Labor Argentinien Peter Thiel interessiere sich für Argentinien, weil Präsident Javier Milei dort ein „libertäres Experiment“ durchführe und den Staat radikal verkleinere. Thiel habe sich eine Villa in Buenos Aires gekauft und beobachte die Entwicklung aus der Nähe, was sein anhaltendes Interesse an realweltlichen Versuchen der Staatszerschlagung zeige.
  • Geheime Antichrist-Vorlesungen Thiel habe kurz nach Podcast-Veröffentlichung eine vertrauliche Vorlesungsreihe über den Antichristen in San Francisco abgehalten. Obwohl die Gäste zu Stillschweigen verpflichtet worden seien, seien Aufnahmen an die Washington Post geleakt. Darin bezeichne Thiel unter anderem Greta Thunberg sowie prominente KI-Skeptiker als Diener des Antichristen.
  • Objection AI als Instrument gegen Journalismus Thiel unterstütze das Startup Objection AI, das verspreche, unliebsame Berichterstattung per KI-gestützter Nachrecherche zu bekämpfen und Journalist:innen mit einem „Glaubwürdigkeitsscore“ zu versehen. Dies sei der Versuch, die Regeln des Journalismus umzukehren, indem Quellenschutz negativ bewertet und Recherche behindert werde.

Einordnung

Das Live-Format macht die Recherche zugänglich und unterhaltsam. Die Autor:innen verknüpfen Thiels verschiedene Betätigungsfelder – von seinen Investitionen in Militärtechnik über seine politischen Schützlinge bis zu seiner religiös-apokalyptischen Ideologie – zu einem stimmigen Bild eines Milliardärs, der gezielt Einfluss auf globale Entwicklungen nimmt. Das Team kann mit konkreten Beispielen und Leaks aufwarten, und das Gespräch mit dem Theologen Wolfgang Palava gibt seltene Einblicke in Thiels Umfeld.

Die Darstellung von Javier Mileis Argentinien-Politik als reines „Staatskaputtmachen“, das Thiel neugierig beobachte, greift allerdings kurz. Die schweren wirtschaftlichen Probleme, die Mileis Wahl erst ermöglichten, werden nicht erwähnt – es bleibt bei der Zuspitzung: „Der Milliardär schaut zu, wie der Staat zerschlagen wird“. Zudem fehlt eine kritische Reflexion der eigenen Rolle: Der Podcast hat selbst zur großen öffentlichen Aufmerksamkeit für Thiel beigetragen und Plattformen für dessen Ideen geschaffen. In der Live-Situation dominiert eine Haltung, die das Publikum im gemeinsamen, oft ironischen Staunen über Thiels grotesk erscheinende Aktivitäten vereint – das ist effektvoll, lässt aber wenig Raum für Zwischentöne.

Hörempfehlung: Für alle, die die erste Staffel mochten, ein lohnendes Update mit Vorgeschmack auf die nächste investigative Story des Teams – diesmal zu Sam Altman und Open AI.

Sprecher:innen

  • Klaus Uhrig – Produzent und Regisseur der „Peter Thiel Story“, Mit-Autor
  • Jasmin Körber – Autorin und Rechercheurin des Podcast-Teams
  • Christian Schiffer – Autor des Podcast-Teams, Mit-Host des neuen Open-AI-Podcasts
  • Fritz Espenlaub – Host der „Peter Thiel Story“, nur per Einspieler präsent