Die Episode beleuchtet das geplante Regierungsprojekt „Deutschland Deck“, das sämtliche Verwaltungsdienstleistungen auf einer zentralen digitalen Plattform bündeln soll. Diskutiert werden die technischen, föderalen und gesellschaftlichen Hürden. Dabei wird digitale Effizienz als unhinterfragte Notwendigkeit gesetzt, um das schwindende Vertrauen der Bürger:innen in den Staat zurückzugewinnen. ### Zentrale Punkte * **Föderalismus als Strukturhürde** Die föderale Struktur erschwere die Umsetzung massiv. Da der Bund den Kommunen das System rechtlich nicht vorschreiben könne, müsse die Plattform primär durch hohe Nutzerfreundlichkeit überzeugen. * **Souveränität und Automatisierungsrisiken** Die Plattform solle durch Open-Source die Abhängigkeit von US-Konzernen beenden. Gleichzeitig warnten Expert:innen vor Diskriminierung durch KI und mahnten den Erhalt analoger Behördengänge an. ### Einordnung Die Recherche besticht durch konkrete Praxisbeispiele wie den niederländischen KI-Skandal, um Automatisierungsrisiken anschaulich zu machen. Gleichzeitig bleibt die diskursive Grundprämisse unhinterfragt: Der Staat wird hier primär als Dienstleistungsunternehmen gerahmt, das nach ökonomischen Logiken funktionieren müsse. Dass der Staatssekretär fordert, eine staatliche Anwendung müsse „Spaß machen“, verdeutlicht den Versuch, privatwirtschaftliche Startup-Narrative auf die öffentliche Daseinsvorsorge zu übertragen. ### Sprecher:innen * **Manuel Walz** – Autor und Journalist * **Bendick Zells** – Vertreter des Vereins D64 (Zentrum für digitalen Fortschritt) * **Thomas Jatzombek** – Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales * **Jan Perkson** – Chef der Hamburger Senatskanzlei * **Sabine Pfeifer** – Professorin, bayerisches Forschungsinstitut für dig. Transformation * **Frank Kaditzek** – Gründer und Entwickler des Open-Source-Anbieters Nextcloud * **Julia Schöp** – Mitglied im Verein D64