1. Prognose einer massiven politischen Neuordnung
Es werde eine grundlegende Neugestaltung der österreichischen Parteienlandschaft erwartet. Martin Engelberg prognostiziere, dass es entweder zu einer radikalen Umstrukturierung der ÖVP oder zur Gründung einer neuen „bürgerlich-liberal-konservativen Bewegung“ kommen werde, die den Untergang der ÖVP in ihrer bisherigen Form einläuten könnte.
2. Debatte über die „Brandmauer“ zur FPÖ
Es herrsche ein scharfer Konflikt über den Umgang mit der FPÖ. Während Helmut Brandstätter die FPÖ unter Verweis auf deren Stimmverhalten im Europaparlament, die Zusammenarbeit mit der AfD und die Kontakte zu den Identitären als „rechtsextrem“ einstufe, kritisiere Ursula Stenzel diesen „Brandmauer-Komplex“ als destruktiv und als bloßes politisches Vorurteil.
3. Kritik an der Regierungsbilanz
Die aktuelle Regierung werde als ineffektiv wahrgenommen. Insbesondere die Reformvorhaben, etwa im Gesundheitsbereich, seien unzureichend. Es werde von den Diskutierenden bemängelt, dass grundlegende Strukturfragen, wie etwa das Finanzierungssystem des Gesundheitswesens oder die Neutralität, aus politischer Angst vor Machtverlust nicht einmal offen diskutiert würden.
4. Fragmentierung der ÖVP-Basis
Es bestehe eine deutliche Diskrepanz innerhalb der ÖVP zwischen der Basis, die sich teils nach Sebastian Kurz zurücksehne, und der Führungsebene, die einen Machtverlust fürchte. Martin Engelberg vergleiche die aktuelle Situation mit dem „Feimann-Moment“ des ehemaligen Bundeskanzlers, wobei ein plötzlicher Vertrauensverlust jederzeit zu einer Zäsur führen könne.
5. Skepsis gegenüber dem Zustand der NEOS
Die Partei NEOS werde von mehreren Gästen als angeschlagen betrachtet. Helmut Brandstätter sehe keine Zukunft für die aktuelle Ausrichtung der NEOS, während Michael Fleischhacker unter Verweis auf die Mitgliederbewegung nach der „Kausa Dengler“ die These einer großen Austrittswelle oder eines Zusammenbruchs der Bewegung statistisch relativiere.