Zusammenfassung

Die AfD-Fraktion erhebt in ihrer Kleinen Anfrage umfangreiche Daten zur langfristigen Kriminalitätsentwicklung in Deutschland (2000–2025) in 16 Deliktsbereichen – von Gewaltkriminalität über Straßenkriminalität bis zu Ladendiebstahl. Im Zentrum stehen dabei die absoluten Fallzahlen, deren regionale Verteilung sowie die Nationalität der Tatverdächtigen, differenziert nach deutschen und nicht-deutschen Verdächtigen (mit häufigster Staatsangehörigkeit). Besonders hervorgehoben wird der prozentuale Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger an der Gesamtzahl sowie deren Zuwachsraten im Vergleich 2000 zu 2025. Die Abfrage erfolgt jährlich, um langfristige Trends zu identifizieren.

Einordnung

Die Anfrage folgt einem klassischen Muster rechtspopulistischer Strategien: Sie reduziert komplexe gesellschaftliche Phänomene wie Kriminalität auf ethnische Zugehörigkeit und suggeriert durch gezielte Datenabfrage einen Zusammenhang zwischen Migration und Straffälligkeit – ohne kontextuelle Faktoren wie soziale Ungleichheit oder polizeiliche Kontrolldichte zu berücksichtigen. Die systematische Fokussierung auf „nicht-deutsche“ Tatverdächtige bei gleichzeitiger Ausblendung struktureller Ursachen könnte als implizite Kriminalisierungsstrategie gelesen werden. Die Auswahl der Deliktsbereiche (etwa Vergewaltigung oder Wohnungseinbruch) zielt vermutlich auf emotionale Themen, die in publics politischen Debatten verfangen. Fraglich bleibt, ob die erhobenen Daten tatsächlich neue Erkenntnisse liefern oder lediglich bestehende Narrative untermauern sollen.