Der Newsletter widerspricht dem gängigen Bild einer maroden europäischen Wirtschaft. Weltbank- und OECD-Daten belegen: Der Produktivitätsrückstand gegenüber den USA, der in konstanten Preisen sichtbar wird, verschwindet nahezu, wenn man die Wertschöpfung zu aktuellen, kaufkraftbereinigten Preisen betrachtet. Die US-Dominanz beschränke sich auf den IT-Sektor. „the common diagnosis of the continent as a museum … rests on bad data analysis“ – mit diesem Zitat bringt der Autor seine zentrale These auf den Punkt. Zwar räumt er abweichende IWF-Daten ein, bleibt aber überzeugt, dass die verbreitete Diagnose auf schlechter Datenanalyse beruht.

Einordnung

Die Analyse privilegiert eine bestimmte Messgröße und übergeht, dass konstante Preise für langfristige Technologievergleiche durchaus sinnvoll sein können. Sie stärkt ein Narrativ, das europäische Institutionen vor ungerechtfertigter Kritik schützt. Leser:innen, die ökonomische Narrative hinterfragen, finden hier eine anregende, aber einseitige Argumentation.