Ryan Lizza berichtet über einen gescheiterten US-israelischen Plan zum Sturz des iranischen Regimes. Laut der „New York Times“ wollte Trump den früheren Hardliner-Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad nach einem Luftschlag als Marionette einsetzen. Trump sah darin ein Modell, das man nach der Festnahme des venezolanischen Machthabers Maduro „andernorts wiederholen“ könne. Die Aktion scheiterte am ersten Kriegstag, als Ahmadinedschad selbst verletzt wurde und sich abwandte.
Nun, argumentiert Lizza, setzt sich das Muster für Kuba zusammen. Ein Flugzeugträger und ein amphibisches Angriffsschiff verlegen in die Karibik, begleitet von zahllosen Geheimdienstflügen. Gleichzeitig werden fragwürdige Vorwände konstruiert: Eine kaum belegte Meldung über kubanische Kampfdrohnen dient als militärischer Anlass. Als rechtlicher Deckmantel wurde am kubanischen Unabhängigkeitstag eine Anklage gegen den 94-jährigen Raúl Castro öffentlich gemacht – samt der Drohung von Justizminister Blanche, Castro könne „aus eigenem Willen oder auf andere Weise“ erscheinen.
Ergänzt wird dies durch eine Ölblockade und Gespräche mit dissidenten Enkeln der Castro-Familie, die Präsident Díaz-Canel stürzen sollen. Lizzas zentrale Pointe: Trump beabsichtigt nicht, für einen Militärschlag die Zustimmung des Kongresses einzuholen. Nach den Interventionen in Venezuela und dem Iran wisse er, dass es keine Institution mehr gebe, die ihn zügeln könne.
Einordnung
Lizzas Text ist die Analyse eines erfahrenen Washingtoner Journalisten, der die Erosion institutioneller Kontrolle anprangert. Seine Perspektive ist klar anti-interventionistisch und fokussiert sich auf Machtmechaniken. Ausgeblendet bleiben die Perspektiven der Menschen in Kuba und breitere geopolitische Folgen. Die implizite Annahme, die Vorwände seien haltlos, stützt sich auf deren fragwürdiges Timing und anonyme Quellen, was Skepsis nährt, aber nicht abschließend belegt. Eine aufmerksame Lektüre für alle, die verstehen wollen, wie eine an Venezuela und Iran erprobte Blaupause exekutiver Macht nun ohne demokratische Rückbindung auf Kuba übertragen wird.