Im Kontext des Sommerfests 2026 in Schnellroda diskutieren Götz Kubitschek, Jean-Pascal Hohm (Vorsitzender von „Generation Deutschland“) und Maximilian Märkl (Vorsitzender der „Identitären Bewegung Deutschland“) über die strategische Arbeitsteilung zwischen Partei, Vorfeld und Aktivismus im rechten Milieu.
1. Wege in den Aktivismus und die Politik
Die Gesprächsteilnehmer legten dar, wie sie den Weg in das rechte Spektrum gefunden hätten. Jean-Pascal Hohm berichtete, er sei im Alter von 16 Jahren in die AfD eingetreten und durch die Migrationskrise 2015 sowie lokale Proteste gegen Asylbewerberheime in Brandenburg radikalisiert und politisch geprägt worden. Maximilian Märkl erzählte, er stamme aus einem linksliberalen Elternhaus, habe in Ungarn Medizin studiert und sei vor dem Hintergrund der Corona-Politik, die er als „Verbrechen“ bezeichnete, zur Identitären Bewegung gestoßen, um dort die als „historische Mission“ verstandene Remigration voranzutreiben.
2. Das Verhältnis von Partei und Vorfeld im Mosaik
Es wurde über die taktische und strategische Aufgabenteilung zwischen der AfD als parlamentarischem Machtfaktor und aktivistischen Bewegungen debattiert. Götz Kubitschek problematisierte, ob die AfD das Vorfeld dominiere oder durch rein parlamentarischen Patriotismus entfremdet werden könnte. Hohm bezeichnete die AfD zwar als den „stärksten“, aber gleichzeitig auch als den „schmutzigsten Motor“ im System, während Märkl betonte, dass eine Arbeitsteilung im Sinne eines Mosaiks und einer defensiven „Burg“ notwendig sei, um gemeinsame Ziele ohne gegenseitiges Einreden zu verfolgen.
3. Kritik an parteiinterner Anpassung und Hygienebemühungen
Die Runde diskutierte die Tendenz innerhalb der Partei, sich durch Distanzierungen und juristische Urteile „sauber“ zu machen. Hohm äußerte, er könne sich nicht in den Spiegel blicken, wenn er Martin Sellner als Rechtsextremisten bezeichnen würde, und betonte, dass persönliche Gespräche helfen würden, parteiinterne Ressentiments gegen Aktivisten abzubauen. Gleichzeitig sprach er sich für ein unabhängiges Vorfeld aus, das die Partei bei Fehlentwicklungen auch kritisieren müsse.
4. Bewertung der Unvereinbarkeitsliste
Zur Frage der Unvereinbarkeitslisten der AfD wurde geäußert, dass es sich dabei um ein Relikt aus den Anfängen handele, das auf Vertrauen in den Verfassungsschutz basiere. Hohm erklärte, die Liste sei in der praktischen Parteiarbeit kein unüberwindbares Hindernis, da frühere Mitgliedschaften bei der Identitären Bewegung angegeben und Anträge im Einzelfall dennoch positiv beschieden werden könnten. Er kritisierte jedoch die symbolische Gleichsetzung der Identitären Bewegung mit Organisationen wie der Hamas oder der Roten Hilfe.