In der aktuellen Ausgabe von „Markus Lanz“ diskutieren Moderator Markus Lanz und seine Gäste die gesellschaftliche und politische Ambivalenz der Fußball-WM in den USA. Im Zentrum steht die Frage, wie ein Sportereignis in einem hochgradig polarisierten Umfeld funktionieren kann, das durch internationale Konflikte, restriktive Einreisebedingungen und die latente Präsenz von Präsident Donald Trump geprägt ist.

1. Das Spannungsfeld zwischen Sport und Geopolitik

Es werde diskutiert, ob eine Fußball-Weltmeisterschaft in den USA trotz der politischen Aufladung als unpolitischer „Fluchtpunkt“ dienen könne. Während der Fußball einerseits als „letztes großes Lagerfeuer“ zur Völkerverständigung fungiere, sei das Turnier durch „Störgeräusche“ wie Reisebeschränkungen und diplomatische Spannungen – insbesondere bei der iranischen Mannschaft – massiv belastet.

2. Die „Schikane“ der iranischen Nationalmannschaft

Es werde berichtet, dass die iranische Auswahl unter extremen Sicherheitsvorkehrungen leide. Laut Jürgen Schmieder seien die Spieler faktisch abgeschottet, dürften nur an Spieltagen einreisen und müssten sich massiver politischer Anfeindungen durch Exil-Iraner erwehren. Dennoch entstünden in diesen „unmöglichen“ Momenten Augenblicke der Normalität, etwa wenn mexikanische Fans durch ihre grünen Trikots für eine solidarische Atmosphäre sorgten.

3. Touristischer Einbruch und wirtschaftliche Folgen

Die Expert:innen, insbesondere Cathryn Clüver Ashbrook, würden darauf hinweisen, dass die Tourismusbranche massiv unter der aktuellen US-Politik leide. Sanktionen, Zölle und die als repressiv empfundenen Einreisebestimmungen der Einwanderungsbehörde (ICE) hätten zu einem deutlichen Rückgang internationaler Gäste geführt, was wiederum lokale Wirtschaftszweige wie die Gastronomie in Bundesstaaten wie Nevada schwer treffe.

4. Die Rolle von Donald Trump als politische Variable

Es gebe unterschiedliche Einschätzungen darüber, wie sich Donald Trump inszenieren werde. Während Lukas Vogelsang mutmaße, der Präsident werde die WM für eine machtvolle Inszenierung um den Unabhängigkeitstag herum nutzen, halten Jürgen Schmieder und Cathryn Clüver Ashbrook dies für unwahrscheinlich: Das Risiko einer sportlichen Niederlage der USA gegen den Iran sei politisch zu riskant, als dass Trump sich als Zuschauer dem Schicksal des Sportes aussetzen würde.

5. Diskurs über FIFA-Verantwortung und Doppelmoral

Die Gäste kritisieren die FIFA scharf. Es werde konstatiert, dass der Verband seine eigenen Versprechen bezüglich der Reisefreiheit für alle Fans gebrochen habe. Die FIFA inszeniere sich als Problemlöser, während sie die Verantwortung für diplomatische Verwerfungen bei den Gastgeberländern ablade. Die gesamte Debatte sei von einer „großen Ambivalenz“ geprägt, in der alle Akteure versuchten, sich als „unschuldige Opfer“ darzustellen.