Der Reporter des regierungsnahen Senders „Deutschland-Kurier“ interviewt den AfD-Bundestagsabgeordneten Rainer Rothfuß anlässlich der Gründung der „Politischen Akademie“ in Bayern. Rothfuß analysiert die angespannte Lage im Nahen Osten und erklärt die Ziele der neuen parteiinternen Kaderschmiede.
Die militärischen Niederlagen der USA würden vertuscht und markierten einen geopolitischen Wendepunkt
Die Verluste der US-Basen seien massiv und würden von Trump kaschiert. „Da gab es vor über einer Woche eine Dokumentation auf CNN und da wurde das dem breiten amerikanischen Publikum ausgebreitet, wie massiv die Zerstörungen waren, diese Militärbasen, was ja in den Trumpschen Verlautbarungen immer kaschiert wird“, so Rothfuß. Dies sei ein „Kipppunkt in der Multipolarisierung unserer Weltordnung“.
Die „Politische Akademie“ solle Nachwuchskräfte schulen, um die „Regierungsfähigkeit“ der AfD herzustellen
Es ginge darum, den nächsten logischen Schritt zu gehen. „Konsequent und logisch muss das natürlich fortgedacht werden, in den Schritt hinein Regierungsfähigkeit darstellen zu können und dadurch auch weitere Attraktivität vermitteln zu können gegenüber dem Wähler“, erklärt Rothfuß. 118 Teilnehmer:innen seien bereits gelistet.
Der Verfassungsschutz werde in Deutschland als politische Waffe gegen die Opposition instrumentalisiert
Deutschland sei keine freie liberale Demokratie, da der Inlandsgeheimdienst gezielt gegen die AfD vorgehe. „Verfassungsschutz ist eines der schärfsten Instrumente, die ja als Waffe gegen uns eingesetzt werden als Opposition, was an sich natürlich eine Schande ist für eine freie liberale Demokratie“, betont Rothfuß. Damit müsse man aber umgehen lernen.
Hochkarätige Referenten könnten aus Angst vor Diskriminierung nicht öffentlich genannt werden
Die Dozenten der Akademie seien Führungspersönlichkeiten mit Regierungserfahrung, müssten aber anonym bleiben. „Das sind teilweise äh hochkarätige Fachleute, die ähm das letztendlich nicht öffentlich machen können, auch ihre Unterstützung hier, denn wir leben leider in einem Land, wo politische Konkurrenz und Wettbewerb so ausgefochten wird, dass dann Menschen diskriminiert werden“, so Rothfuß.
Einordnung
Das Video entstammt einem hyperparteilichen Umfeld und bedient sich einer inszenierten Nähe zum klassischen Interview-Journalismus, um politische Werbebotschaften der AfD zu transportieren. Der Gast wird von einem Reporter des eigenen Parteimilieus befragt; die Fragen fungieren als reine Stichwortgeber für monologisch ausgebreitete Narrative. Dadurch wird jede Form von kritischer Distanz vermieden und die Fiktion eines neutralen Nachrichtenformats für die parteieigene Imagepflege genutzt.
Rainer Rothfuß konstruiert ein doppeltes Opfernarrativ: Geopolitisch verliere der Westen gegenüber den BRICS-Staaten an Gesicht, innenpolitisch werde die AfD durch eine vermeintlich rechtswidrige Finanzblockade ihrer Stiftung und den Einsatz des Verfassungsschutzes als „Waffe“ gezielt verfolgt. Diese Rhetorik untergräbt die Legitimität demokratischer Institutionen und präsentiert rechtliche Kontrollmechanismen als Teil einer politischen Verschwörung gegen die eigene Partei. Die Behauptung, die eigene Stiftungsfinanzierung sei „rechtswidrig versagt“ worden, wird als Fakt gesetzt, ohne den juristischen Diskurs darzustellen. Die Ankündigung der „Politischen Akademie“ dient als strategisches Mittel zur Normalisierung: Hier soll der Eindruck von Professionalität und seriöser Vorbereitung auf Regierungsverantwortung entstehen. Dass Referent:innen aus Angst vor Repression nicht genannt werden können, verstärkt das Bild einer im Untergrund arbeitenden Bewegung und delegitimiert dabei gleichzeitig den politischen Wettbewerb. Perspektiven, die die Verfassungsschutz-Einstufung der AfD thematisieren oder das Regierungshandeln im geopolitischen Kontext differenziert erklären, fehlen vollständig.