Zusammenfassung
Die AfD-Fraktion fragt mit einer Kleinen Anfrage nach Details zu einem vom BMZ geförderten Theaterprojekt in Simbabwe. Das Projekt mit dem Titel „Theater als Methode zur Bewusstseins- und Verhaltensänderung im Hinblick auf die Förderung reproduktiver und sexueller Gesundheit bei SchülerInnen“ lief von August 2017 bis Dezember 2020. Es wurde mit 344.452,50 Euro vollständig finanziert und von der Evangelischen Zentralstelle für globale Entwicklung (EZE) umgesetzt. Die Fragen zielen auf fachliche Kriterien der Methodenwahl, konkrete Umsetzung, Zielgruppenreichweite, Kostenaufschlüsselung, Evaluierung und politische Einbindung lokaler Stellen ab.
Einordnung
Die AfD setzt hier ein klassisches Framing ein: Sie stellt ein entwicklungspolitisches Kulturprojekt als vermeintlich ineffizient und ideologisch geprägt dar. Mit der Fokussierung auf Kosten, Wirkungsmessung und weltanschauliche Neutralität wird implizit unterstellt, dass es sich um eine verschleierte Agenda handelt. Die vielen Detailfragen zu finanziellen und organisatorischen Aspekten deuten auf den Versuch hin, das Projekt als überflüssig oder sogar kontraproduktiv darzustellen. Fraglich bleibt, ob die Abfrage tatsächlich an sachlicher Bewertung interessiert ist oder ob hier ein politisches Narrativ der Abneigung gegenüber Kultur- und Aufklärungsprojekten in der Entwicklungspolitik konstruiert wird.