Markus Somm und Dominik Feusi diskutieren in der Ausgabe vom 21. August 2025 das neue Co-Präsidium der FDP (Susanne Vincenz-Stauffacher und Benjamin Mühlemann), die AHV-Debatte, den Eigenmietwert und einen Familiendrama in Neuenburg. Die beiden werfen den "linken Medien" systematisch falsche Darstellungen vor und kritisieren, dass bei einem Mordfall die Herkunft des Täters verschwiegen werde, um ein Narrativ über Femizid zu stützen. Die Sendung wirbt zudem für ihre Werbekunden und das Portal Nebelspalter.ch.

1 Die FDP führe sich mit dem Co-Präsidium "peinlich" auf

Markus Somm nennt die Doppelspitze "eine absolute Wurst Idee" und beklagt: "Das hätte die älteste Partei vom Land und macht kein gute Eindruck." Die Personaldecke sei so dünn, dass man "nur noch zwei Leute" finde, die bereit seien, das Amt zu teilen.

2 Die Medien würden bei der AHV bewusst falsch rechnen

Dominik Feusi wirft dem "Tages-Anzeiger" vor, die Finanzlücke der AHV zu beschönigen, indem er "alle die Quersubventionierung" in die Berechnung einbeziehe. Die eigentliche Lücke werde von 12 auf 24 Milliarden Franken bis 2040 steigen, weil das Umlageverfahren "nicht mehr funktioniert".

3 Die SP habe beim Eigenmietwert ihre Position um 180 Grad gedreht

Feusi präsentiert einen SP-Antrag von 2022, der die Abschaffung des Eigenmietwerts und der Abzugsmöglichkeit für Unterhaltskosten forderte: "SP einstimmig, die Grüne einstimmig, die Grünliberale einstimmig" stimmten dafür. Jetzt wende sich die Partei aus "reiner Abstimmungspropaganda" gegen das Konzept.

4 Femizid-Berichterstattung lenke von Migrationshintergrund ab

Bei einem Mordfall in Neuenburg werde betont, dass ein Mann seine Ehefrau und zwei Töchter getötet habe, während die Herkunft des Täters aus Algerien "nur in einem kleinen Absatz" erwähnt werde. Somm: "Das zweite Framing ist, man will ablenken von dem Problem, wo Migration schafft."

5 Die Linke verhindere härtere Strafen für Gewaltverbrechen

Somm kritisiert, dass ein 15-jähriges Mädchen missbraucht habe und der Täter nur "eineinhalb Jahre bedingt" erhalte. Die Linke trage die Schuld an einer Reform, die "dass schwere sexuelle Taten immer eine unbedingte Strafe bekommen" verhindere.

Einordnung

Die Episode demonstriert ein klassisches Muster rechter Meinungsmacher:innen, das unter dem Deckmantel der "Kritik an linken Medien" systematisch Minderheiten thematisiert und kriminalisiert. Die Sprecher:innen beanspruchen Deutungshoheit, indem sie komplexe gesellschaftliche Probleme auf einfache Narrative reduzieren: Die AHV sei nur durch längeres Arbeiten zu retten, die SP sei ideologisch wankelmütig, und Gewalt gegen Frauen sei primär ein „Migrationsproblem“. Dabei wird die Opferperspektive instrumentalisiert, um anti-muslimische Ressentiments zu schüren. Die argumentative Strategie folgt dem Muster: Erst eine allgemein akzeptierte Position (Gewalt gegen Frauen ist schrecklich) aufstellen, dann subtil rassistische Untertöne einführen. Die fehlende Expertise in Sozialpolitik und Strafrecht wird durch plakative Sprüche ersetzt. Besonders problematisch: Die Verharmlosung des Begriffs Femizid und die pauschale Diffamierung von Migrant:innen als gewaltbereit. Das Format präsentiert sich als Unterhaltung, transportiert aber eine eindeutig rechtspopulistische Agenda.