Der Ökonom Paul Krugman analysiert das militärische Scheitern der USA im jüngsten Iran-Konflikt. Ausgehend von Donald Trumps Ankündigung, die Verantwortung für die Straße von Hormus an Europa abzutreten, konstatiert er eine faktische US-Kapitulation. Trumps Siegesnarrativ dekonstruiert er als Ausrede. Er stützt sich dabei auf Norman Dixons historische Analysen zur Psychologie militärischer Inkompetenz. Als Hauptursache identifiziert Krugman die intellektuelle Verweigerungshaltung der US-Militärführung. Personen wie Pete Hegseth verträten ein toxisches Konzept roher Gewalt. Der Autor kritisiert fassungslos, dass die USA stumpf auf "Muskeln im Zeitalter der Drohnenkriegsführung" gesetzt hätten. Es sei demütigend, dass das theokratische iranische Regime moderne Konflikte besser begreife als die aktuelle US-Administration. ## Einordnung Der Text rechnet aus liberaler Perspektive pointiert mit dem anti-intellektuellen Kurs der US-Regierung ab. Das Framing etabliert eine Dichotomie zwischen rationaler Wissenschaft und toxisch-maskuliner Ignoranz. So entlarvt Krugman die Hybris einer rein auf physischer Härte basierenden Ideologie. Humanitäre Aspekte des Krieges blendet er in dieser rein geostrategischen Betrachtung jedoch völlig aus. Der Text verdeutlicht eindringlich, wie strukturelle Ignoranz zu sicherheitspolitischen Desastern führt. Er ist sehr lesenswert für alle, die verstehen wollen, wie toxische Männlichkeitsideale und Bildungsfeindlichkeit reale geopolitische Machtstrukturen sabotieren.