IndieWire's Filmmaker Toolkit: 'Pizza Movie' Directors Brian McElhaney & Nick Kocher (BriTANicK)
Wie wird flacher Humor zu hoher Filmkunst? Die Regisseure von "Pizza Movie" über filmische Präzision, Casting und die Dynamik im Duo.
IndieWire's Filmmaker Toolkit
40 min read2091 min audioIn dieser Episode des „Filmmaker Toolkit“-Podcasts befragt Jim Hemphill das Regie-Duo Brian McElhaney und Nick Kocher (BriTANicK) zu ihrem Spielfilmdebüt „Pizza Movie“. Im Zentrum des Gesprächs steht die handwerkliche und strukturelle Konstruktion von Filmkomödien. Auffällig ist dabei die Selbstverständlichkeit, mit der ein stark formalisierter, beinahe akademischer Blick auf popkulturelle „Lowbrow“-Komödien geworfen wird.
Die ökonomischen und produktionstechnischen Zwänge der US-Filmindustrie werden während des gesamten Gesprächs als unumstößlicher und natürlicher Rahmen akzeptiert. Mehr noch: Die prekären Rahmenbedingungen von Low-Budget-Produktionen werden als kreativer Katalysator gerahmt und somit als Teil des künstlerischen Prozesses normalisiert.
### Zentrale Punkte
* **Visuelle Inszenierung von Komödien**
McElhaney und Kocher erklären, dass sie sich bewusst von improvisierten Comedy-Standards absetzen wollten. Die banale Handlung sei gezielt mit epischer, cineastischer Bildsprache überhöht worden.
* **Limitationen als kreativer Motor**
Zeitliche und finanzielle Einschränkungen am Set würden von den Regisseuren als Vorteil betrachtet. Solche Zwänge erzwängen häufig viel interessantere und effizientere künstlerische Entscheidungen.
* **Arbeitsteilung im Regie-Duo**
Die Zusammenarbeit basiere auf einer strikten Aufgabenverteilung zwischen Bildgestaltung und Schauspielführung. Bei kreativen Differenzen werde stets nach einer dritten, besseren Lösung gesucht.
### Einordnung
Das Interview bietet detaillierte, handwerkliche Einblicke in die Drehbuchentwicklung und Regiearbeit eines aufstrebenden Comedy-Duos. Positiv hervorzuheben ist die präzise Reflexion der beiden Filmemacher über die Symbiose aus narrativer Struktur und visueller Form. Kritisch anzumerken bleibt jedoch, wie ökonomische Produktionszwänge völlig unhinterfragt als Heilsbringer gerahmt werden. Wenn das Duo postuliert: „I think that limitations create the best art“ (Übersetzung: „Ich glaube, dass Einschränkungen die beste Kunst hervorbringen“), reproduziert dies ein typisches Narrativ der modernen Kulturindustrie, das finanzielle und zeitliche Beschränkungen als kreative Notwendigkeit verklärt und strukturelle Unterfinanzierung sprachlich romantisiert.
**Hörempfehlung**: Eine lohnende Episode für Filmemacher:innen und Drehbuchautor:innen, die sich für die Mechanik erzählerischer Strukturen, Kameraarbeit im Comedy-Genre und funktionierende Set-Dynamiken interessieren.
### Sprecher:innen
* **Jim Hemphill** – Host des IndieWire-Podcasts und Filmjournalist
* **Brian McElhaney** – Co-Regisseur und Autor des Comedy-Duos BriTANicK
* **Nick Kocher** – Co-Regisseur und Autor des Comedy-Duos BriTANicK