In dieser Episode des Lawfare-Podcast (Episodentitel übersetzt: "Jeder lügt dich für Geld an") spricht Senior Editor Michael Feinberg mit dem Schauspieler und Journalisten Ben McKenzie über dessen neue Dokumentation zur Krypto-Industrie. McKenzie erläutere, wie er vom Krypto-Skeptiker zum Antikrypto-Aktivisten wurde. Die Diskussion rahme Kryptowährungen konsequent als objektloses Spekulationsvehikel und kriminelles Werkzeug. Als selbstverständlich gesetzt werde dabei die Überlegenheit staatlich regulierten Geldes; das aktuelle Finanzsystem werde zwar als fehlerhaft eingeräumt, aber als das geringere Übel dargestellt. Die Argumentation stütze sich stark auf verhaltensökonomische Theorien und die Gleichsetzung von Krypto mit unreguliertem, korporativem Privatgeld.
Zentrale Punkte
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Krypto als Spekulation und Kriminalität McKenzie argumentiere, Kryptowährungen seien keine echten Währungen, da sie die drei Funktionen des Geldes nicht erfüllten. Stattdessen handle es sich um rein spekulative Wetten ohne realen Gegenwert, die auf der "Greater Fool Theory" basierten, oder um Instrumente zur Umgehung von Finanzkontrollen und zur Finanzierung von Kriminalität.
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Das Märchen vom vertrauenslosen Geld Die Idee einer "vertrauenslosen" Währung werde als fundamentaler Irrtum dargestellt. McKenzie betone, dass Code von Menschen geschrieben werde, die manipuliert werden könnten. Als Beleg führe er an, wie Sam Bankman-Fried durch die Änderung einer einzigen Code-Zeile Kundengelder gestohlen habe.
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Versagen von Prominenten und Medien Es werde kritisiert, dass Prominente für reales Geld finanzielle Produkte beworben hätten, ohne die Risiken zu verstehen. Zudem werde Finanzjournalist:innen vorgeworfen, ihre kritische Distanz verloren zu haben, insbesondere Michael Lewis, der Interessenkonflikte ignoriert habe, anstatt die Widersprüche zu hinterfragen.
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Politische Korruption und Lobbyismus Die politische Unterstützung für Krypto werde als "regulatory capture" und Korruption analysiert. McKenzie behaupte, die Industrie gebe Millionen aus, um beide Parteien zu beeinflussen, und kritisiere Demokraten scharf, die für Krypto-Gesetze stimmten, entgegen den Interessen ihrer Wähler:innen.
Einordnung
Die Episode liefert eine fundierte und pointierte Kritik der Krypto-Industrie aus einer klaren Gegenposition. Die Stärke liegt in der präzisen Analyse der Akteure – von Prominenten bis zu Politiker:innen –, die Krypto legitimierten, und in Feinbergs geschickter Steuerung des Gesprächs durch historische Vergleiche. Problematisch ist, dass die Diskussion fast ausschließlich aus der Perspektive des US-amerikanischen Sicherheits- und Regulierungsapparats geführt wird. Legitime Anwendungsfälle von Krypto in autoritären Systemen werden kurz erwähnt, aber sofort als irrelevant abgetan. Die Beweisführung stützt sich stark auf staatliche Akteure (CIA, Regulierungsbehörden), was die Diskussion in einer Sichtweise verankert, die private Alternativen zum Staatsgeld per se als illegitim markiert. Die Reduktion der Nutzer:innen auf zwei Gruppen – > "the retail public is gambling, and the criminals are using it to, you know, get paid for their crimes" (Übersetzung: "die breite Öffentlichkeit zocke und Kriminelle es nutzten, um für ihre Verbrechen bezahlt zu werden") – blendet andere Realitäten systematisch aus.
Hörempfehlung: Für Hörer:innen, die eine kompakte, macht- und medienkritische Einordnung der Krypto-Branche aus institutioneller Perspektive suchen.
Sprecher:innen
- Michael Feinberg – Senior Editor, Lawfare
- Ben McKenzie – Schauspieler, Journalist und Regisseur