Der Newsletter „The Cross Section“, der nach eigenen Angaben das beunruhigende Innenleben der Politik seziert, befasst sich in dieser Ausgabe schonungslos mit den wirtschaftlichen Folgen von Donald Trumps zweiter Amtszeit. Es wird argumentiert, dass Trumps historisch niedrige Zustimmungswerte direkt auf seine desaströse Wirtschaftspolitik zurückzuführen seien. Im Gegensatz zu früheren Präsidenten trage Trump durch mutwillige und ideologiegetriebene Entscheidungen die direkte Verantwortung für den aktuellen Abschwung. Er wähle seinen Kurs, so der Text, laut Einschätzung der Publikation aus „stupid, petty, and malicious reasons“. Zur Untermauerung der These werden vier zentrale Politikfelder analysiert. Die verhängten Zölle seien gescheitert und hätten lediglich die Preise für US-Verbraucher:innen in die Höhe getrieben. Zweitens wird die rigorose Anti-Einwanderungspolitik scharf verurteilt. Unter Berufung auf einen Bericht der Brookings Institution wird gewarnt: „Reduced migration will dampen growth in the labor force, consumer spending, and gross domestic product“. Der/die Autor:in sieht hierin eine wirtschaftliche Selbstsabotage, die primär durch blanken Hass auf Migrant:innen motiviert sei. Drittens habe der gezielte Kampf gegen erneuerbare Energien dazu geführt, dass die USA ihre Vorherrschaft in diesem grünen Wirtschaftssektor an China verloren hätten. Viertens wird auf die gravierenden wirtschaftlichen Folgen eines laufenden „Iran-Krieges“ verwiesen. Mit Benzinpreisen von über vier Dollar und drohenden Sozialkürzungen durch die Republikaner:innen stehe eine globale Rezession im Raum. Abschließend wird der Mythos demontiert, Trump verfüge als Geschäftsmann automatisch über makroökonomische Kompetenzen, was die Wähler:innen fälschlicherweise geglaubt hätten. ## Einordnung Der Text ist ein stark polarisierender, progressiver Meinungsbeitrag, der keinen Hehl aus seiner tiefen Abneigung gegen den amtierenden Präsidenten macht. Das Framing ist extrem anklagend; Trump-Wähler:innen werden teils pauschal als leichtgläubig abgewertet. Unausgesprochen schwingt die Annahme mit, dass isolationistische Politik und ein Festhalten an fossilen Energien zwangsläufig im wirtschaftlichen Ruin enden. Die Perspektiven von Befürworter:innen eines nationalen Protektionismus werden komplett ausgeblendet, was die Argumentation mitunter stark eindimensional macht. Gleichzeitig warnt der Text effektiv vor den unweigerlichen materiellen Konsequenzen eines xenophoben und rassistisch motivierten Regierens. Gesellschaftlich und politisch ist diese Analyse hochrelevant, da sie die realen wirtschaftlichen Kosten von antidemokratischem Populismus aufzeigt. Für Leser:innen, die eine rhetorisch scharfe, schonungslose und klar parteiische Kritik schätzen, ist der Newsletter eine absolute Leseempfehlung. Wer hingegen eine neutrale Berichterstattung oder ein ausgewogenes Abwägen verschiedener politischer Lager sucht, sollte diesen Text meiden.