Zusammenfassung

Die Analyse der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags (WD 5) untersucht die Verfügbarkeit, den Bedarf und die Preisentwicklung von "grünen Gasen und Ölen" (Biogas, Biomethan, Wasserstoffvarianten, synthetische Kraftstoffe) als Ersatz für fossile Brennstoffe im Kontext des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG-E). Ziel der "Grüngasquote" ab 2028 ist die schrittweise Erhöhung des Anteils klimafreundlicher Energieträger in Heizungen – von 10 % (2029) auf 60 % (2040). Die Studie warnt jedoch vor massiven Herausforderungen: Die begrenzte Verfügbarkeit vor allem von Biomethan und grünem Wasserstoff führt zu Nutzungskonkurrenzen mit Industrie, Verkehr und Energiewirtschaft. Die Herstellungskosten bleiben hoch, der Preisdruck auf Privathaushalte durch die "Bio-Treppe" könnte laut Kurzstudie zu Heizkostenrisiken bis zu 49.000 € über 20 Jahre führen. Die Infrastruktur – etwa Gasnetze für Biomethan oder Pipelines für Wasserstoff – ist unzureichend, Importe unsicher. Studien (Bundesrechnungshof, EU-Institute) prognostizieren realistisch kaum verfügbare Mengen bis 2030.

Einordnung

Die Analyse unterstreicht die Ambivalenz der geplanten Grüngasquote: Sie verknüpft Klimaschutzziele im Gebäudesektor mit industriepolitischen Priorisierungen (Wasserstoff für Stahl- und Chemieindustrie), ohne die Konkurrenz um knappe Ressourcen zu lösen. Die Dokumentation stellt damit implizit die Sinnhaftigkeit der gesetzlichen Vorgaben infrage: Während die "Bio-Treppe" fossile Heizungen künstlich verlängert – mit fragwürdiger Klimabilanz –, fehle es an gesichertem Angebot und an kostengünstigen Alternativen wie Wärmepumpen. Die gemachten Warnungen könnten als Indiz für eine mögliche Überforderung des Gesetzesrahmens durch widrige Marktkonditionen gelesen werden.