Der Newsletter von Public Notice analysiert die Trump-Administration als chaotisch und unzuverlässig, da politische Entscheidungen häufig von rechten Medienkommentaren und Social-Media-Launen bestimmt würden. Der Autor:in vergleicht Trumps Regierungsstil mit dem Prinzip des "working towards the Führer", bei dem Untergebene versuchen, die widersprüchlichen Wünsche vorwegzunehmen. Dies führe zu ständigen Kehrtwenden und einem Autoritätsverlust der USA. An zwei aktuellen Fällen wird das verdeutlicht: Erstens ein Abkommen mit Saudi-Arabien zur Urananreicherung. Energieminister Chris Wright verkündete den Deal, der keinerlei Normalisierung mit Israel vorsah. Als Fox-Nachrichten-Moderatoren Trump "schwächer als Biden" nannten, widerrief er die Vereinbarung und forderte plötzlich einen Beitritt zu den Abraham-Abkommen. Zweitens ICE-Verkehrskontrollen: Nachdem ICE-Beamte in Maine einen Mann töteten, setzte Heimatschutzminister Mullin auf Druck von Senatorin Collins solche Kontrollen aus. Rechte Hardliner wie Steve Bannon hetzten jedoch, Trump sei weich gegenüber Migrant:innen.

Daraufhin erklärte Trump per Social Media die Aussetzung für beendet. Eine Quelle fasst das Dilemma so zusammen: "Propaganda and policy making [in the Trump administration] are blurred so that one can’t tell where the one ends and the other begins." Dadurch könnten weder Verbündete noch eigene Leute den US-Verpflichtungen trauen. Kritik von rechts werde zur eigentlichen Politik, mit fatalen Folgen: Krieg, Morde und diplomatische Isolation. Die Autor:innen zeichnen das Bild eines narzisstischen Regimes, das nur über das Echo seiner rechten Klientel steuerbar sei.

Einordnung

Die Analyse argumentiert aus einer klar antifaschistischen Haltung und macht Trumps inkohärente Führung für Menschenrechtsverletzungen und außenpolitisches Scheitern verantwortlich. Sie blendet mögliche rationale geopolitische Motive – etwa das Ziel, China aus dem saudischen Atomprogramm herauszuhalten – fast völlig aus und setzt die USA einseitig als unzuverlässigen Akteur. Die drastische Parallele zu Hitlers Herrschaft dient eher als Mobilisierungsframe denn als präziser Analogieschluss. Wer den Newsletter liest, sollte seine eigene Meinungsfreudigkeit im Hinterkopf behalten und mitdenken, dass hier kaum differenzierte Darstellungen der Regierungsabläufe geliefert werden. Für Leser:innen, die eine pointierte, investigative Kritik an Trump schätzen, ist er dennoch lesenswert; für alle, die eine ausgewogenere Einordnung suchen, eine eingeschränkte Empfehlung.