In dieser Solo-Episode des c't-Podcasts „Haken dran“ werden juristische und technologische Zäsuren der Tech-Branche verhandelt. Im Fokus stehen US-Urteile, die Meta wegen mangelnden Jugendschutzes belangen. Zudem geht es um das abrupte Ende von OpenAIs Video-KI Sora und eine Studie zur mentalen Gesundheit auf Plattformen. Der Host betrachtet die Entwicklungen konsequent durch eine europäische Regulierungsbrille. Wirtschaftliche Wachstumslogiken der Konzerne werden dabei als selbstverständlicher Treiber technischer und ethischer Entscheidungen vorausgesetzt. Der Diskurs kreist stark um den Spannungsbogen zwischen notwendigem Konsumentenschutz und der drohenden Ausweitung staatlicher sowie privater Überwachungsinfrastrukturen. ### Zentrale Punkte * **US-Urteile gegen Tech-Giganten** Meta und YouTube seien in US-Prozessen wegen fahrlässiger Gefährdung Minderjähriger verurteilt worden. Dies könne einen Wendepunkt markieren und die Aufhebung des Haftungsschutzes beschleunigen. * **Algorithmische Feeds und Psyche** Eine Oxford-Studie belege laut Darstellung, dass rein algorithmusgetriebene Netzwerke die Lebenszufriedenheit stärker mindern würden als reine Messenger. Algorithmen seien ein Risiko für die Psyche. * **Das wirtschaftliche Ende von Sora** OpenAI stelle seine Video-KI Sora ein, da Betriebskosten von 15 Millionen Dollar untragbar seien. Die Plattform habe lediglich als Technologietest fungiert und werde nun für Börsengänge geopfert. ### Einordnung Die Episode leistet eine fundierte Kontextualisierung von Tech-Nachrichten, indem sie juristische Details mit netzpolitischen Folgen verknüpft. Positiv fällt auf, dass die Ambivalenz der US-Urteile klar benannt wird: Strenge Jugendschutzvorgaben könnten ungewollt einer flächendeckenden Klarnamenpflicht und staatlicher Überwachung Vorschub leisten. Gleichzeitig verbleibt die Analyse im wirtschaftlichen Mainstream-Konsens. Ökonomische Imperative – wie OpenAIs Streben nach Börsentauglichkeit oder Metas Wachstumsziele – werden als unhinterfragte Naturgesetze gerahmt. Sprachlich auffällig ist zudem die beiläufige Integration politischer Kampfbegriffe zur Erklärung kalifornischer Rechtsprechung, die nicht weiter eingeordnet wird: „Aus Augen von Elon Musk würde man sagen, links Vokes.“ **Hörempfehlung**: Empfehlenswert für netzaffine Hörer:innen, die eine kompakte, kritisch abwägende Einordnung der aktuellen Plattformregulierung und KI-Wirtschaftlichkeit suchen. ### Sprecher:innen * **Host** – Podcaster und Tech-Journalist für heise/c't