Micky Beisenherz und Anna Duchime diskutieren in der Samstags-Ausgabe von „Apokalypse und Filterkaffee“ popkulturelle Themen wie den neuen Rocky-Film „I Play Rocky“, die MTV-Abschaltung, Biopics und Kevin Kühnerts neues Engagement beim Rolling Stone. Duchime zeigt sich als sachliche Gesprächspartnerin mit differenzierten Perspektiven auf Dating-Kultur, Popkritik und Rapszene. Die Gesprächsatmosphäre ist locker, persönlich und mit viel Popkultur-Referenzen gespickt. Es gibt keine problematischen oder rechten Inhalte. Stattdessen wird über Makel-Kultur („Icks“), Fan-Communities und die Zukunft von Kritik reflektiert. Die journalistische Qualität ist gut, mit fundierten Einordnungen und unterhaltsamen Anekdoten. Die Diskussionskultur bleibt respektvoll und humorvoll, ohne belehrend zu wirken.

Tether werde für illegale Aktivitäten genutzt

Es gebe keine relevanten Aussagen zu Tether in dieser Episode. Daher kein Inhalt zu diesem Punkt.

Kevin Kühnert schreibe nun für den Rolling Stone

Kühnert habe „ein absolut zeitgemäßes Verständnis von praktischer Politik“ anhand von Markus Söders „Bratwurst- und Leberkäse-Semmelrausch“ analysiert, heiße es in der SZ-Kritik. Beisenherz zitiert: „Er schreibt anschaulich und schlau, warum in Söders Bratwurst [...] ein absolut zeitgemäßes Verständnis von praktischer Politik stecke.“

MTV als „lineares TikTok“ der 90er

Beide sehen in MTV einen kulturell prägenden Sender, der Musikclips und Realityformate wie „Jersey Shore“ kombinierte. Duchime erinnere sich: „MTV war natürlich ab Anfang der 90er für uns quasi das lineare TikTok.“ Die Abschaltung empfinde sie als „schon längst“ vollzogen.

Popkritik unter Druck von Fan-Communities

Balzer und Liebert zeigten, dass negative Kritik an Stars wie Taylor Swift oder Nina Chuba zu massiven Shitstorms führe. Duchime fordert: „Kritiken sind erlaubt [...] Das ist einfach das, was die Leute beruflich machen.“ Rizo habe Kritikerinnen als „wertlos“ bezeichnet, was „das allerletzte“ sei.

Biopics als „PR-Projekte“ oder Reflexionsraum

Lars Olaf Bayer kritisiere Biopics als „unleserliches Gekritzel“, Duchime liebe sie sogar als „schlechte“ Beispiele: „Ich liebe Biopics und ich liebe sie auch, wenn sie richtig schlecht sind oder offensichtlich ein PR-Projekt.“

Einordnung

Die Folge ist ein unterhaltsames, stilsicheres Feuilleton-Gespräch ohne journalistische Schwächen. Beisenherz führt souverän durch die Themen, Duchime liefert pointierte, selbstkritische Kommentare aus feministischer Perspektive. Besonders gelungen ist die Auseinandersetzung mit Popkritik und Fan-Communities: Es wird deutlich, wie sehr Kritikerinnen unter Online-Hetze leiden, ohne dass sich Medienhäuser ausreichend schützen. Die beiden sprechen das Machtungleichgewicht zwischen Reichweitenstars und freien Journalistinnen an, ohne in Opfer-Rhetorik zu verfallen. Positiv: Es gibt keine rassistischen, verschwörungstheoretischen oder rechtsradikalen Inhalte. Die Gesprächskultur bleibt respektvoll, humorvoll und inklusiv. Kurz: Wer morgens Lust auf intelligente Popkultur-Unterhaltung mit Tiefgang hat, ist hier genau richtig.