Der Beitrag stammt von Noah, einem regelmäßigen Autor bei Public Notice (PN), dem von Aaron Rupar gegründeten Newsletter. Im Mittelpunkt steht der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln, der seit November 2025 im Rahmen des von Trump begonnenen Iran-Kriegs eingesetzt wird – inzwischen über 250 Tage, obwohl das Ende ursprünglich für Mai geplant war. Die Zustände an Bord sind laut Berichten verheerend: rationierte und teils ungenießbare Lebensmittel, Wasserknappheit, defekte Waschräume, monatelang kein Landgang. Mehrere Soldat:innen sollen versucht haben, über Bord zu springen; eine Ehefrau berichtet, ihr Mann fürchte eine unehrenhafte Entlassung nach einem psychischen Zusammenbruch.

Auf die Frage, ob der Einsatz zu lange dauere, antwortete Trump laut Newsletter mit den Worten: „No. Not nearly long enough.“ Diese zynische Reaktion sei kein Ausrutscher, sondern Teil eines Musters. Der Text erinnert an Trumps frühere Äußerungen: 2015 hatte er John McCain verspottet („I like people who weren’t captured“), 2020 verharmloste er Hirnverletzungen von Soldat:innen als bloße „headaches“. Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnet die Berichte über die Zustände pauschal als „fake news“, während Angehörige ihn auffordern, selbst an Bord zu gehen. Der Newsletter zitiert den demokratischen Abgeordneten Mike Levin mit den Worten „moldy showers, broken toilets … half a cup of rice and two tortillas“.

Hegseth wird als Erfüllungsgehilfe Trumps dargestellt, der das Militär für einen Kulturkampf instrumentalisiert. Der Text wirft ihm vor, trans Soldat:innen in den Ruhestand zu zwingen, Beförderungen von Frauen und Schwarzen Offizier:innen zu blockieren und einen absurden Krieg gegen Gesichtsbehaarung zu führen, der Schwarze Soldat:innen unverhältnismäßig treffe. Zudem habe er die Grippeimpfpflicht ausgesetzt – mit der Folge eines massiven Ausbruchs auf der Lackland Air Force Base und einem Todesfall. Der Iran-Krieg selbst wird als „reckless and pointless war of aggression“ bezeichnet, bei dem bis zu 18.000 Menschen getötet worden sein sollen, darunter 18 US-Soldat:innen; das Pentagon habe versucht, diese Zahl zu verschleiern.

Die zentrale These lautet: Trump sehe alle Menschen – Soldat:innen, Journalist:innen, Bürger:innen – lediglich als Requisiten, die seinem Selbstbild dienen. Niemand dürfe krank, verletzt oder erschöpft sein, weil das Trumps Versagen sichtbar machen würde.

Einordnung

Der Newsletter ist klar parteiisch: Er stützt sich fast ausschließlich auf demokratische Politiker:innen, kritische Familienangehörige und Medienberichte wie die Navy Times. Stimmen aus der Militärführung, konservative Verteidiger:innen oder auch einfache Soldat:innen, die die Lage anders bewerten, kommen nicht vor. Die unausgesprochene Annahme ist, dass Trump und Hegseth aus reiner Bosheit und Inkompetenz handeln – eine Deutung, die zwar durch viele Zitate plausibel wirkt, aber kaum Raum für alternative Erklärungen lässt. Sprachlich arbeitet der Text mit starken Framings („king“, „fascist leader“, „props“) und emotionaler Zuspitzung. Sachliche Belege für einige Behauptungen, etwa die absichtliche Verschleierung von Todeszahlen, fehlen.

Gesellschaftlich ist das Thema hochrelevant, weil es um die Verantwortung der Führung gegenüber Soldat:innen und um die Kosten unnötiger Kriege geht. Lesenswert ist der Newsletter für alle, die eine klare, gut geschriebene Gegenposition zur Trump-Administration suchen. Wer allerdings eine ausgewogene, quellenkritische Analyse erwartet, sollte vorsichtig sein: Hier dominiert der aktivistische Ton. Eine Lesewarnung gilt für alle, die sich an starker Polarisierung stören.