In dieser Episode des Podcasts "Wecker" von Tichys Einblick erläutert der alleinige Sprecher Roland Tichy die aktuellen Entwicklungen rund um das Gebäudeenergiegesetz. Tichy, der als Herausgeber des gleichnamigen Magazins eine klar wirtschaftsliberale und oft regierungskritische Haltung vertritt, argumentiert gegen den von ihm so genannten "Heizhammer" der ehemaligen Regierung. Er skizziert die geplante Reform der neuen Koalition, die den Zwang zu 65 Prozent erneuerbaren Energien beim Heizen abschaffen will. Stattdessen werde jedoch eine "Biotreppe" eingeführt: Wer Öl- oder Gasheizungen nutzt, müsse ab 2029 steigende Anteile "klimafreundlicher" Brennstoffe beimischen. Tichy sieht darin keinen echten Freiheitsgewinn, sondern lediglich einen Wechsel von einem "Wärmepumpenzwang" zu einem "Brennstoffzwang". In der zweiten Hälfte des Videos widmet er sich einer detaillierten technischen Kritik an Wärmepumpen, deren Effizienz er bei kalten Temperaturen als geschönt darstellt und deren massenhaften Einsatz er als Gefahr für die Stabilität der Stromnetze beschreibt.

Tichy kritisiert angeblichen "Brennstoffzwang" durch neue Biotreppe

Die Reform, so wird dargestellt, würde die alte Wärmepumpenpflicht nicht durch freie Wahl ersetzen, sondern zu einer versteckten Lenkung führen. "Der alte Zwang zur bestimmten Heizung soll weg, dafür kommt ein steigender Brennstoffzwang", lautet Tichys zentrale These. Die Wahl bleibe zwar auf dem Papier frei, werde aber "über Kosten, Quoten und Verfügbarkeit gelenkt".

Wärmepumpen seien im Winter ineffektive Stromheizungen

Tichy vertritt die Ansicht, dass die beworbene Effizienz von Wärmepumpen ein "Schwindel" sei, da sie auf geschönten Jahresdurchschnittswerten basiere. "Korrekt wäre eine Angabe für kalte Wintermonate und nicht ein Durchschnitt zwischen heißen Sommer und kalten Wintermonaten", erklärt er und betont, bei tiefen Temperaturen "sägt die Effizienz dramatisch ab". Stattdessen springe ein simpler elektrischer Heizstab an, was die Geräte im Kern zu "mehr oder weniger effektiven Stromheizungen" mache.

Wärmepumpen würden Stromnetze durch Lastspitzen gefährden

Der Masseneinsatz von Wärmepumpen, argumentiert der Sprecher, stelle eine Gefahr für die Stromversorgung dar. Sie würden die Lastkurve so verändern, dass "der Wintermittag zu einer kritischen Zeit" werde. Im Stromsystem entscheide aber nicht das Jahresmittel, "sondern die verfügbare Leistung in jeder einzelnen Sekunde". Diese Problematik werde in der öffentlichen Debatte durch Durchschnittsbetrachtungen verschleiert.

Das neue Gesetz sei alter Murks mit neuem Namen

Tichy stellt die Reform als prinzipienlosen Etikettenschwindel dar, der keine Planungssicherheit schaffe. "Nach nur zwei Jahren alter Murks, nun neuer Murks", heißt es abwertend. Der "bürokratische Geist" bleibe erhalten, da ein System von Quoten und Vorgaben lediglich durch ein anderes ersetzt werde. Die von der Bauministerin versprochene Klarheit sei nicht zu erwarten.