In dem kurzen Clip aus dem Format „Ungeskriptet“ thematisiert Ben Berndt die gesellschaftliche Spaltung, die er auf divergierende Medienkonsummuster zurückführt. Das Video ist als Unterhaltungsformat einzuordnen, das persönliche Einschätzungen mit medienkritischen Thesen verknüpft.

1. Medienkonsum als Ursache der gesellschaftlichen Spaltung

Berndt vertritt die Auffassung, dass die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft darauf zurückzuführen sei, dass Bürger:innen auf völlig unterschiedliche Informationsquellen vertrauen. Er konstatiert: „Wir sind gespalten, abhängig davon, was für ein Medien wir konsumieren.“

2. Kritik am Neutralitätsanspruch der Medien

Unter Berufung auf ein Gespräch mit Kai Diekmann führt er aus, dass Medien objektiv keine Neutralität leisten könnten. Er fordert stattdessen eine transparente Kennzeichnung politischer Ausrichtungen: „Wenn die Medien sich selbst einordnen würden […], dann wäre dem Leser aus meiner Sicht wirklich eine eine gute Einordnung getan.“

3. Skepsis gegenüber staatlicher Medienfinanzierung

Der Sprecher äußert die Vermutung, dass staatliche Werbegelder und die Förderung von NGOs als Instrumente zur Sicherung von Machtstrukturen missbraucht würden. Er bezeichnet dies als fatal: „Dass ein Staat Werbung schaltet in freien Medien, halte ich für absolut fatal.“

4. Forderung nach Reformen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Bezüglich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks äußert er die Ansicht, dass dieser reformbedürftig sei und drastisch verkleinert oder neu aufgesetzt werden müsse, da er seinen Aufgaben nicht korrekt nachkomme.

Einordnung

Das Video nutzt eine informelle, subjektive Rhetorik, um komplexe medienpolitische Fragen stark zu vereinfachen. Ben Berndt legitimiert seine Aussagen wiederholt durch den Verweis auf eine „leinhafte Sicht“, was einerseits Sympathie erzeugen soll, andererseits eine kritische Distanz zur eigenen Argumentation suggeriert, ohne diese jedoch faktisch zu untermauern. Rhetorisch bedient sich der Beitrag populärer Frames: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und staatlich finanzierte NGOs werden als Akteure dargestellt, die durch „Überinvestitionen“ Machtstrukturen zementieren, statt den demokratischen Diskurs zu fördern. Dabei bleibt offen, auf welcher Grundlage er die Korrelation zwischen staatlicher Finanzierung und mangelnder Unabhängigkeit herstellt.

Besonders auffällig ist die Dichotomie zwischen einer vermeintlichen „Lügenpresse“ und dem blinden Vertrauen in etablierte Nachrichtensendungen, wobei Berndt beide Pole als unzureichend ablehnt. Er entwirft ein Ideal des freien Marktes als Korrektiv für Medienabhängigkeit, blendet dabei jedoch die ökonomischen Realitäten aus, die eine solche Unabhängigkeit in einem gesättigten Markt oft erschweren. Durch den Verweis auf Kai Diekmann und die Verwendung einer „Wir-gegen-die“-Argumentation wird eine Distanz zum etablierten Medienbetrieb aufgebaut, die spezifisch an konservative oder medienkritische Zielgruppen adressiert ist. Die visuelle Gestaltung durch ein Logo mit Adler-Symbolik und die explizite Kennzeichnung als „Heimat. Identität. Freiheit.“ verorten das Video zudem in einem spezifischen politischen Kontext, der die Forderung nach einer „Reform“ der öffentlichen Medien als eine Form der Systemkritik rahmt. Es fehlt an einer Differenzierung, wie eine „neutrale“ Berichterstattung in einem komplexen Mediensystem praktisch aussehen könnte, jenseits der bloßen Etikettierung.

Sehwarnung: Das Video präsentiert stark simplifizierte Thesen zur Medienlandschaft und unterfüttert diese eher durch populistische Narrative denn durch eine tiefgreifende medienwissenschaftliche Analyse.