Zusammenfassung
Die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke thematisiert die Zunahme von Altersarmut in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern, insbesondere bei Frauen über 65 Jahren. Mit Verweis auf den Paritätischen Armutsbericht 2026 und den Alterssicherungsbericht 2024 werden hohe Armutsquoten ostdeutscher Rentner:innen (79 % GRV-Anteil an Einkommen) sowie die mögliche Verschärfung durch Rentenreformen der Regierung kritisiert. Die Fraktion fordert von der Bundesregierung umfängliche Daten zu Versichertenverhältnissen, Rentenhöhen, Grundsicherungsbezügen und Erwerbsminderungsrenten in MV und Ost/Westdeutschland für die letzten zehn Jahre. Zudem werden Entwicklungen bei Wohngeldbezug, Armutsgefährdung und Altersvorsorge (inkl. Riester-Rente) abgefragt. Gegenstand ist auch die Frage, ob die Bundesregierung ein überdurchschnittliches Armutsrisiko in MV anerkennt und welche Gegenmaßnahmen geplant sind.
Einordnung
Die Anfrage kombiniert empirische Bestandsaufnahme mit normativer Kritik an der Sozialpolitik. Durch die systematische Abfrage von Längsschnittdaten zu Rentenstrukturen und Armutsindikatoren zielt sie auf eine detaillierte Analyse der materiellen Situation älterer Menschen – insbesondere in Ostdeutschland. Die Häufung von Detailfragen zu Knapplohn-Entwicklungen (geringfügige Beschäftigung, Teilzeit) und Vorsorgesystemen deutet auf eine Strategie hin, politische Gestaltungsdefizite in der Alterssicherung offenlegen. Möglicherweise könnte die Bundesregierung Antworten nutzen, um diskretionäre Mittelverteilung für MV zu begründen. Gleichzeitig bleibt die Anfrage sachlich präzise, vermeidet aber nicht die Einordnung von Armut als politisch produziertes Phänomen. Die gezielten Nachfragen zu Geschlechterdifferenzen und regionalen Disparitäten spiegeln zudem das Narrativ struktureller Benachteiligung wider.