Der vorliegende Text aus dem Umfeld des Verfassungsblogs befasst sich mit den rechtlichen Implikationen jüngster US-Gerichtsurteile gegen Meta und Google. In New Mexico und Los Angeles wurden die Konzerne wegen der Verletzung von Verbraucherschutzrechten und Fahrlässigkeit verurteilt. Ihnen wird vorgeworfen, durch manipulatives Plattformdesign gezielt Abhängigkeiten bei jungen Nutzer:innen erzeugt zu haben, was zu psychischen Schäden wie Depressionen geführt habe. Die Autor:innen betonen, dass Gerichte damit erstmals den ursächlichen Zusammenhang zwischen Social-Media-Design und mentalen Schäden anerkennen. Obwohl die US-Urteile auf Deliktsrecht basieren, sieht der Newsletter darin einen potenziellen "wake-up call" für Menschenrechtsklagen. Die juristische Anerkennung mentaler Schäden könne als rechtlicher Katalysator in Europa dienen. Der Schutz des menschlichen Geistes sei in der Rechtsprechung bislang unterentwickelt, weshalb teilweise neue Neurorechte gefordert würden. Der Text vertritt die These, dass bestehende Normen wie das Recht auf geistige Unversehrtheit und Gedankenfreiheit ausreichen, um vor manipulativen Algorithmen zu schützen. Dabei zieht der Newsletter eine direkte Parallele zu Klimaklagen, bei denen ebenfalls diffuse, sich aufbauende Schäden juristisch anerkannt wurden. In Europa bilde der Digital Services Act das primäre Regulierungsinstrument gegen Plattformen. Dennoch seien strategische Menschenrechtsklagen notwendig, um Staaten zu zwingen, ihre positiven Schutzpflichten gegenüber den Bürger:innen zu erfüllen und bestehende Gesetze strikt durchzusetzen. ## Einordnung Der Text ist von einer juristisch-regulativen Perspektive geprägt und plädiert für strategische Prozessführung gegen Tech-Konzerne. Die Argumentation stützt sich auf die Annahme, dass Plattformen eine inhärente Gefahr für die psychische Autonomie darstellen, während individuelle Eigenverantwortung kaum thematisiert wird. Die Agenda zielt klar auf eine Ausweitung staatlicher Schutzpflichten im digitalen Raum ab. Interessant ist das Framing: Durch die Analogie zur Klimakrise wird die algorithmische Manipulation als existenzielle Bedrohung markiert, was drastische rechtliche Schritte gesellschaftlich legitimieren soll. Der Newsletter beleuchtet die hochaktuelle Schnittstelle von Digitalpolitik und mentaler Gesundheit. Er ist besonders für Jurist:innen und netzpolitische Akteur:innen uneingeschränkt lesenswert, da er detaillierte und fundierte Ansätze liefert, wie digitale Räume künftig juristisch und menschenrechtlich verteidigt werden könnten.