Im Gespräch mit Person 2 (auf Tichys Einblick) präsentiert der Politikjournalist und Autor Wolfgang Herles seinen neuesten Roman „Poseidons Zorn“. Im Zentrum stehen die Generation der Babyboomer, gesellschaftlicher Stillstand und Altersdiskriminierung.

1. Das Ende des Berufspolitikertums und der Demokratieverschleiß

Es gäbe ein massives Problem mit dem aktuellen Politikertypus, der direkt nach dem Abitur in die Parteien wechsle und nie in einem bürgerlichen Beruf gearbeitet habe. Herles merke an, dass man das Berufsbild grundlegend reformieren müsse: „Ich bin stark dafür, dass man auch Bundestagsabgeordnete allenfalls noch zwei Legislaturperioden das machen lässt.“

2. Die Boomer als Generation der großen „Absahner“

Die Boomer-Generation habe zwar vom Wohlstand der Nachkriegszeit profitiert, sei aber völlig blind für zukünftige Krisen geworden. Sie hätten sich von einstigen 68er-Selbstbefreiern zu Befürwortern eines reglementierenden Staates gewandelt. Herles formuliere es so: „Die Boomer waren, wenn man es genau sieht, die großen Absahner.“

3. Altersdiskriminierung im Sozialstaat

Der Staat und die Tarifpartner würden fähige ältere Menschen durch starre Altersgrenzen systematisch aus dem Arbeitsleben drängen, während gleichzeitig Langlebigkeit („Longevity“) und Fitness dogmatisch eingefordert würden. Herles kritisiere dies scharf: „Ich halte das für eine Gemeinheit sondergleichen gegenüber den Alten.“

4. Friedrich Merz als Symbolfigur des späten Boomers

Friedrich Merz verkörpere als „Super-Boomer“ jene Generation, die zu spät komme und deren Regierungsstil überholt sei. Auf die Frage nach der politischen Zukunft konstatiere Herles: „Schauen wir mal, ob er dieses Jahr noch als Bundeskanzler erlebt.“

5. Illusionen in der deutschen Politik

Die deutsche Politik sei von einer romantischen Weltfremdheit geprägt, die glaube, globale Probleme wie das Weltklima im Alleingang regeln zu können. Herles beschreibe dies als historischen Irrweg: „Sie glauben tatsächlich, sie können aus ihren Wünschen eine Realität bauen, die Bestand hat.“